B 30-Unfall in der Neujahrsnacht: 45-Jähriger in Verdacht
Die Polizei ermittelt gegen einen 45-Jährigen aus Neu-Ulm. Er steht im Verdacht, in der Neujahrsnacht auf der B 30 drei Personen überfahren zu haben.
Autor: HANS-ULI MAYER |Der tödliche Verkehrsunfall in der Neujahrsnacht auf der B 30 hat die Region erschüttert. Jetzt gibt es erste Ergebnisse einer vierköpfigen Ermittlungsgruppe der Ulmer Polizei, die in akribischer Kleinarbeit versucht, den Unfallhergang zu rekonstruieren. Wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist, richtet sich der Verdacht im Wesentlichen gegen einen 45-jährigen Autofahrer aus dem Landkreis Neu-Ulm, der für den Tod eines Ehepaares – beide 80 Jahre alt – und eines 20-jährigen Mannes verantwortlich zu sein scheint. Er soll in jener Nacht trotz dichten Nebels mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Ulm gefahren und bei Gögglingen in die ungesicherte Unfallstelle gerast sein.
27 Personen wurden bislang vernommen – Unfallbeteiligte und Zeugen, die sich nach einem entsprechenden Aufruf in den Medien gemeldet hatten. Nach deren Darstellung geht die Polizei sicher davon aus, dass die Nebelfront und „unangepasste Geschwindigkeit“ zu der tödlichen Massenkarambolage kurz nach 1 Uhr Nachts geführt hat.
Wer im Einzelnen in welches Auto gekracht ist, muss noch ermittelt werden. Klar scheint aber inzwischen, dass alle drei getöteten Personen nach einer ersten Karambolage ihre Fahrzeuge verlassen hatten, bevor sie von dem Wagen des 45-Jährigen erfasst worden waren. Allerdings wird noch gegen einen weiteren Fahrer ermittelt, der offenbar zuvor mit dem Wagen des später getöteten Ehepaars kollidiert war. Gegen den 30-Jährigen wird wie gegen sechs weitere Autofahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung und zudem wegen Straßenverkehrsgefährdung ermittelt.
Weitere Erkenntnisse dürften nicht so schnell folgen. Wie die Polizeidirektion Ulm mitteilt, befasst sich nun ein Sachverständiger mit den Unfallspuren, um den genauen Hergang der Massenkarambolage in der Neujahrsnacht zu klären, bei der 16 weitere Personen verletzt worden sind. Dessen Gutachten werde allerdings noch einige Monate dauern, heißt es abschließend – und den Fortgang der Ermittlungen wesentlich prägen.






