Auslaufproduktion bietet Chance Kögel-Standort Ulm nach Krise wieder intakt

Ulm.  Es gibt doch noch eine Chance, dass der Kögel-Standort im Donautal intakt bleibt und wie das Hauptwerk Burtenbach von Humbaur übernommen wird.

Nach dem Verkauf des Kögel-Trailerwerks Burtenbach an den Investor Humbaur Ende Oktober ging es an dem bei Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz verliebenen Service-Standort Ulm drunter und drüber. Angehörige von Mitarbeitern berichteten besorgt von "chaotischen Zuständen". Michael Braun von der IG Metall Ulm bestätigte nun, dass der Betrieb im Donautal nach dem sofort vorgenommenen Personalabbau fast zusammengebrochen sei.

Es habe Anfang November täglich Betriebsversammlungen gegeben - mit dem Ziel, das Werk in der Steinbeisstraße wieder funktionsfähig zu machen. Die Mitarbeiter hätten in der Zeit viel durchgemacht. Man müsse es Insolvenzverwalter Geiwitz aber hoch anrechnen, dass er diese Woche Korrekturen vorgenommen und Personal wieder eingestellt habe, um den Betrieb am Laufen zu halten: "Dies zeigt, dass die Mitarbeiter bei Kögel in Ulm nicht Däumchen gedreht haben."

Die "Ausproduktion", bei der auch die Teilefertigung wieder aufgenommen wurde, laufe bis Anfang 2010. Sie biete die Chance, Firmenchef Ulrich Humbaur, der zunächst allein auf Burtenbach gesetzt habe, die Vorzüge des verkehrsgünstig gelegenen Standorts Ulm zu verdeutlichen, sagte Braun. So könne man ihn vielleicht noch zur Übernahme bewegen. Humbaur will den Ulmer Betrieb am Montag anschauen.

Braun zeigte Verständnis, dass Humbaur sich zunächst auf den Erwerb der Produktion in Burtenbach konzentriert habe. Nur 24 der rund 100 Mitarbeiter in Ulm erhielten von ihm das Angebot, nach Burtenbach zu wechseln. Sie sind im Bereich Kundendienst, Ersatzteilvertrieb und Gebrauchtfahrzeuge tätig. Geiwitz wollte den Betrieb im Donautal mit 36 Leuten fortführen. Es wurde spekuliert, dass eine Spedition die Restaktivitäten wie Ersatzteillogistik und Reparatur übernimmt. Nun sind nach Brauns Worten jedoch 15 Leute, die schon in die Transfergesellschaft geschickt werden sollten, wieder zu Kögel zurückgeholt worden. Zusammen mit den Mitarbeitern, die nach Burtenbach wechseln sollen, seien es nun wieder knapp 80 Mitarbeiter - eine Größenordnung, die die IG Metall stets für Ulm gefordert habe.


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Autor: FRANK KÖNIG | 04.12.2009

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