Auch Nummer sieben zieht

Ulm/Neu-Ulm.  Donaufest Ulm/Neu-Ulm, siebte Auflage: fest etabliert im Festkalender und auch in den Ferien ein Magnet. 250.000 Besucher sollen die diesjährige Mixtur aus Kultur, Politik, Markt gesehen haben.

"Sie haben wieder ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Danke dafür. Schade, dass Sie aufhören." Gleichermaßen perplex wie erfreut war Peter Langer am Sonntag, als ihm um die Mittagszeit eine bis dahin nicht bekannte ältere Frau, auf die er auf dem Markt der Donaustädte getroffen war, völlig unvermittelt wie aus dem Nichts heraus mit diesen Worten begegnete.

Das Kompliment, das Gertrud Baumann, Jahrgang 1934 ("Ich bin waschechte Ulmerin") dem scheidenden Donaufest-Leiter machte, drückte so viel aus wie die tausend Worte, die hernach auf der Pressekonferenz fielen. Auf ihr zogen Langer, seine Mitstreiter Christof Hußmann und Udo Eberl, der am kleinen Literaturprogramm mitwirkende Verleger Uli Klemm sowie die Donaufest-"Finanzministerin" und Donaubüro-Verwaltungsleiterin Sabine Meigel eine Bilanz, aus der durchweg Zufriedenheit über diese siebte Donaufest-Nummer sprach:

Zufriedenheit übers Kulturprogramm. Dessen größte Zusprüche erzeugten freilich Veranstaltungen, die wie die Balkan-Party am Samstag und das Folklorefinale am Sonntag keinen Eintritt kosteten; beide Mal dürften an die tausend Menschen vor das den halben Marktplatz zudeckende Bühnenmonster gekommen sein. Das werde zur konzeptionellen Überlegung führen, alle Freiluftveranstaltungen künftig kostenlos anzubieten und über andere Quellen zu finanzieren, sagte Eberl.

Zufriedenheit über die weiter wachsende Akzeptanz Ulms auf der politischen Landkarte entlang der Donau und in Südosteuropa. Langer: "Alle, die wir riefen zur Konferenz der Donaustädte und -regionen, sind auch gekommen." Dies habe sich gegenüber der Premiere 1998 grundlegend geändert, als man noch froh über die Teilnahme "von drei Bürgermeistern war".

Zufriedenheit darüber, dass die Beschicker des Marktes der Donaustädte trotz geringerer Umsätze als 2008 und vernehmlicher Klagen darüber eben doch gerne nach Ulm/Neu-Ulm kommen, wie Hußmann berichtete. "Auch, weil es das friedfertigste Festival ist, das man sich vorstellen kann." Dies bescheinigten alle der in der Regel weit gereisten Kunsthandwerker und anderen Standbetreiber, sagte Hußmann.

Zufriedenheit mit der Gesamtresonanz, die das in der Region immer größere Kreise ziehende Donaufest in der Bevölkerung erzeuge. Siehe Gertrud Baumann - und 250.000 andere Besucher aller Donaufest-Veranstaltungen, von denen die Verantwortlichen in diesem Jahr ausgehen.

Langers letztes Fazit als Festivalleiter: "Das Donaufest hat ein Potenzial, das auch nach sieben Auflagen noch lange nicht ausgeschöpft ist."


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Autor: HANS-ULI THIERER | 06.09.2010

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