Jugendliche Asylbewerber genießen besonderen Schutz
Ulm. Immer wieder kommen minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung in Ulm an - aber es sind nicht viele. Sie werden nicht im Asylbewerberheim untergebracht, sondern für sie greift ein Notfallplan der Jugendhilfe.
Nicht alle Menschen, die aus ihren Heimatländern fliehen und versuchen, sich in einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen, sind erwachsen. Es gibt auch Kinder und Jugendliche, die von ihren Familien allein losgeschickt werden, in der Hoffnung, dass sie auf diese Weise ein besseres Leben haben. Im Behördendeutsch heißen sie unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF). In Ulm gibt es immer wieder solche Fälle: Sie werden als Schwarzfahrer in Zügen von der Bundespolizei erwischt und dem Jugendamt übergeben.
Anders als erwachsene Flüchtlingen werden die jungen nicht im Asylbewerberheim an der Römerstraße untergebracht, sondern für sie greift das System der Jugendhilfe. Helmut Hartmann-Schmid, Leiter der Abteilung Familie, Kinder und Jugendliche bei der Stadt Ulm: "Zunächst nehmen wir die Neuankömmlinge in Obhut." Das heißt, die Jugendlichen kommen in den Notplätzen oder Wohngruppen der beiden Jugendhilfeeinrichtungen in Ulm - Guter Hirte oder Oberlin - unter. Wirkt der UMF noch sehr jung, wird er in einer Pflegefamilie untergebracht. "Es sind die Plätze, die wir bereithalten für Kinder und Jugendliche, die wir in akuten Notfällen aus ihren Familien nehmen", sagt Hartmann-Schmid. Fünf Inobutnahme-Plätze und zehn für Bereitschaftspflege für jüngere Kinder gibt es in der Stadt.
Der nächste Schritt ist es, das Alter des minderjährigen Flüchtlings und seinen Status zu klären. "Im Oktober vergangenen Jahres sind innerhalb von einer Woche acht Fälle bei uns angekommen", erinnert sich Hartmann-Schmid. "Sonst haben wir oft monatelang keinen." Im ganzen vergangenen Jahr 2011 waren es insgesamt neun. Von den acht UMF im Oktober haben sich "auf den zweiten Blick" drei als bereits erwachsen herausgestellt. Die drei jungen Männer wurden an die Landesaufnahmestelle nach Karlsruhe verwiesen, die die Asylbewerber nach einem bestimmten Schlüssel an die Kommunen in Baden-Württemberg weiterverteilt.
"Manchmal ist es wirklich schwer, das Alter zu schätzen", sagt Hartmann-Schmid, "insbesondere wenn jemand klein und schmächtig ist." Manchmal wird deshalb ein so genanntes Handwurzelgutachten gemacht, das Aufschluss darüber gibt, ob das Wachstum bereits abgeschlossen ist.
Also sind fünf UMF in Ulm geblieben: Die drei älteren befinden sich seither in einer Oberlin-Wohngruppe für Jugendliche, die beiden jüngeren im Guten Hirten. Ihre Heimatländer sind Marokko, Tunesien und Pakistan.
Wenn das Jugendamt in Deutschland keine Verwandten eines jungen Flüchtlings ausfindig machen kann, die sich um ihn kümmern, wird vom Familiengericht ein amtlicher Vormund bestellt. In vielen Fällen engagiert sich auch der Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donau bei der Betreuung in besonderer Weise.
UMF genießen einen besonderen rechtlichen Schutz: Minderjährige dürfen nicht abgeschoben werden, selbst wenn ihr Asylantrag abgelehnt wird. Die Jugendhilfe schneidert für jeden einen individuellen Hilfeplan. Helmut Hartmann-Schmid: "Darin geht es auch um die Frage, ob therapeutische Hilfe nötig ist." Die UMF bekommen auch Unterstützung bei Schul- oder Berufsausbildung. "Wenn wir am Ende unsere Aufgabe richtig gemacht haben, kann der Kandidat seinen Lebensunterhalt selbst verdienen." Dann wäre also die Hoffnung seiner Eltern aufgegangen.
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Autor: VERENA SCHÜHLY | 22.02.2012
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Im Ulmer Flüchtlingswohnheim in der Römerstraße sind die Lebensbedingungen einfach. Die Stadt hat kürzlich die Sanierung beschlossen. Jugendliche Asylbewerber, die ohne Begleitung kommen, werden dort nicht untergebracht. Foto: Oliver Schulz
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Kommentare (15)
Herr Dreher: die zahlen für das Jahr 2011 werden von den Vorjahreszahlen
nichte wesentlich abweichen.Lassen Sie sich von Gärtners Märchenstunde also nicht verwirren. Die Millionen Deutschen, welche nach Gärtners Ausführungen in den letzten 300 Jahren auswanderten, taten dieses in der Masse entsprechend den jeweiligen gesetzlichen Regeln. Dort waren es regelmäßig die Einwanderungsländer, welche eine Einwanderung gesetzlich förderten.
Illegale Einwanderer waren dort nicht willkommen.
Hoppla,
da hat sich mal wieder der Fehlerteufel eingeschlichen!Uralte Infos
Ihr Link ist aber ganz schön Alt!Samstag, 23.10.2010, 12:41
Glauben sie wirklich, dass sich die Leser hier von solchen billigen Taschenspielertricks täuschen lassen?
Natürlich versuchen Menschen unser Asylrecht auszunutzen.
Jeder will doch ein anständiges Leben führen können, ohne Hunger und Angst.
Und wenn es im Geburtsland keine Hoffnung darauf gibt, versucht man es eben anderswo.
Auch Millionen von Deutschen haben diesen Weg in den letzten 300 Jahren gewählt.
Nachdem wir leider kein Einwanderungsgesetz haben, das die Einwanderung aus wirtschaftlichen Gründen möglich machen würde, haben die Menschen doch gar keine andere Wahl, als das Asylrecht zu missbrauchen, um hier bleiben zu können.
Wer Hunger hat, dem können sie mit ihren Paragraphen und Statistiken höchstens den Hintern wischen.