Ascherfreitag der SPD Pfuhl/Burlafingen: "Mindestlohn ist das Mindeste"

Die Themen soziale Gerechtigkeit und Arbeitnehmer-Interessen standen beim politischen "Ascherfreitag" der SPD Pfuhl/ Burlafingen im Zentrum der Reden. 70 Zuhörer hatten sich im "Schlössle" versammelt.

JÜRGEN BUCHTA |

. Auch Nikolaus Landgraf stutzte, als er den Begriff "Ascherfreitag" hörte. Als ehemaliger Ministrant in der katholischen Kirche weiß der heutige Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Baden-Württemberg genau, durch welche kirchlichen Rituale der Aschermittwoch zu seinem Namen gekommen ist. Doch "Ascherfreitag"? Macht keinen Sinn.

Aber bei der Veranstaltung, die der SPD-Ortsverein Pfuhl-Burlafingen gestern Abend im Offenhauser Schlössle angesetzt hatte, handelte es sich keineswegs um etwas Exotisches. Sondern um eine verspätete Aschermittwochs-Veranstaltung, wie sie mittlerweile viele Parteien praktizieren. Mit einem gewissen Unterschied. Während bei anderen Aschermittwochs-Veranstaltungen meist heftig auf die politischen Gegner eingedroschen wird, stellten die Hauptredner am gestrigen Abend lediglich die eigenen politischen Wünsche und Ziele heraus.

Der gebürtige Neu-Ulmer Landgraf, der mit 16 Jahren zur SPD im Ortsverein Pfuhl/Burlafingen stieß, beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit Themen, die ihn in seiner beruflichen Arbeit tangieren: Mindestlohn, Leiharbeit, Werkverträge, sichere Renten. Wie der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete aus dem Landkreis Neu-Ulm, Karl-Heinz Brunner, der nach Landgraf das Wort ergriff, hält er die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde von 2015 an für unverzichtbar. "8,50 Euro ist nicht viel Geld", bekannte er. Ein solcher Lohn sei lediglich ein Einstieg, der baldmöglichst erhöht werden müsse. "Der Mindestlohn ist das Mindeste", betonte er. Zwischen 5,5 und 6 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland müssten sich heute noch mit Löhnen begnügen, die unterhalb dieser Schwelle liegen.

Wie Brunner hält es auch Landgraf für falsch, die Mütterrente aus Mitteln der Rentenversicherung zu finanzieren. Kindererziehung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die der Steuerzahler aufzukommen habe. Vor kurzem erst in den Bundestag eingezogen, muss Brunner sich im neuen Umfeld noch zurechtfinden. Leichter fiele es Neueinsteigern wohl, sinnierte er, wenn sie sich erst einmal in der Opposition und nicht gleich wie er in einer Regierungsfraktion einbringen können.

Günter Kammerer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, hatte die Veranstaltung eröffnet. Weitere Redner waren die sozialdemokratische Landratskandidatin Antje Esser sowie der Neu-Ulmer OB-Kandidat Detlef Kröger. Etwa 70 Sozialdemokraten und Interessenten hatten sich zu diesem politischen "Ascherfreitag" zusammen gesetzt und nach den Reden eifrig diskutiert. Bei ihnen handelte es sich überwiegend um ältere Semester. Was ein Zuhörer mit "Ich komme mir vor wie bei einer Weihnachtsfeier im Seniorenheim" kommentierte.

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