Arthur Schmidts allerletzte Herausforderung

Ulm. 

Um ihren Job waren Arthur Schmidt und Marc Herrmann gestern nicht zu beneiden. Der Streckensprecher und der Moderator mussten die Leute informieren und unterhalten, die eigentlich nur auf der Durchreise waren. Auf dem Münsterplatz hielt sich nur auf, wer jemanden erwartete und man blieb auch nur so lange, wie es unbedingt sein musste.

Schmidt hat das mit den Sprüchen ja durchaus drauf. Er kennt jeden und jede, der oder die da die Hirschstraße entlang rennt - zumindest wenn es die schnellen Leute sind. Mit dem Blick auf die Startliste erkennt er auch Müller blitzschnell, ob da Melanie oder Karle um die Ecke walken, eine spanische Schönheit oder ein finnischer Waldläufer dem Ziel entgegenstrebt.

Für Schmidt bleibt zu hoffen, dass ihm die ambitionierten Nordic Walker gestern nicht so genau zugehört haben. Eigentlich wollte er die Sportart ja loben. "Für diejenigen, bei denen das Laufen nicht mehr so gut geht, ist das richtig gut", verkündete er in guter Absicht und schob hinterher: "Nur den Absprung darf man nicht verpassen."

"Highway to Hell", dröhnte über den Münsterplatz als es gerade besonders kräftig stürmte. Marc Herrmann kämpfte um die Pokale, Schmidt um die gute Laune des Publikums. Wenn da nicht diese verzwickte Sache mit den durchweichten Nummern gewesen wäre. Ausgerechnet beim Sieger des City-Laufs war das Ding derart verrutscht, dass nicht mal Adlerauge Schmidt entdecken konnte, wer da eben gewonnen hatte. Künstlerpech.

Arthur Schmidt jedenfalls ist vom Einstein-Marathon nicht mehr wegzudenken. Der Mann mit dem wallenden blonden Haupthaar, hat nur einen noch nicht geknackt: Dauersieger Richard Schumacher konnte er auch 2011 zu keinem emotionalen Ausbruch verleiten. Aber jeder Mensch braucht eine Herausforderung.


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Autor: uwe | 19.09.2011

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