Aktion Hoffnung: Kampf gegen illegale Kleidercontainer

Die Aktion Hoffnung sammelt Altkleider und tut damit Gutes. Jetzt hilft sie auch Grundstückseigentümern, die illegale Container loswerden wollen.

VERENA SCHÜHLY | 2 Meinungen

Mit Altkleidern lässt sich Gutes tun – und auch ein Geschäft machen. Darum tummeln sich auf dem Sammel-Markt nicht nur gemeinnützige Organisationen, sondern auch gewerbliche. Die wenigsten Menschen, die ihre aussortierten Klamotten einwerfen, schauen, was auf dem Sammelbehälter steht. Doch es gilt, sensibel zu werden. Dafür kämpft die Aktion Hoffnung mit einer Kampagne gegen illegale Kleidercontainer. Am Mittwoch wurde sie in Neu-Ulm vorgestellt.

„Die Aktion Hoffnung unterstützt seit 27 Jahren Entwicklungshilfeprojekte in aller Welt“, sagte Prälat Dr. Bertram Meier über die kirchliche Hilfsorganisation. Im Jahr 2012 gingen 500.000 Euro an 80 Projekte in 35 Ländern. Das Geld erwirtschaftet sie, indem sie Altkleider sammelt und „sozial verträglich, ökologisch und entwicklungspolitisch sinnvoll“ vermarktet. Darum hat sie das Qualitätssiegel „Fair-Wertung“ der Verbraucherzentralen und des deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

„Wir wirtschaften nicht in unsere eigene Tasche, sondern finanzieren Hilfsprojekte, in denen besonders Jugendliche und Frauen in ihrer Entwicklung gestärkt werden“, betont Meier. Inzwischen aber kämpft die Aktion mit wachsender Konkurrenz von Unternehmen, die gewerblich sammeln für den eigenen Gewinn. „Manche Container sehen unseren täuschend ähnlich, das ist Etikettenschwindel“, kritisiert Meier. Außerdem werden Sammelbehälter ohne Genehmigung aufgestellt.

Die Aktion Hoffnung prangert das nicht nur an, sondern zieht Konsequenzen: In den letzten 18 Monaten wurden im Raum Augsburg 222 illegale Container abgeholt und eingelagert. „Ein einfacher Auftrag des Grundstückseigentümers genügt, die Abholung ist kostenlos“, versichert Geschäftsführer Gregor Uhl.

Im Kreis Neu-Ulm hat die Aktion Hoffnung 124 eigene Container. Außerdem, schätzt Uhl, gibt es doppelt so viele andere, von denen etwa die Hälfte illegal aufgestellt wurde.

Info
Wer auf seinem Grundstück einen illegalen Container loswerden möchte, kann sich bei der Aktion Hoffnung melden. Im Kreis Neu-Ulm ist Stefanie Spindler zuständig, Tel. (0151) 62449128 oder (0821) 3166442. In Baden-Württemberg können sich Betroffene bei Anton Vaas melden, Tel. (0711) 9791235.

2 Kommentare

26.09.2013 07:18 Uhr

Alles sehr undurchsichtig und die wichtigsten Fakten fehlen auch hier...

Man beachte folgende Reportage der ARD:

https://www.youtube.com/watch?v=djXkFedpTrE

Die Aktion Hoffnung ist eine GmbH, welche auf Finanzmittel angewiesen ist. Sie schreibt auf ihrer Website (http://www.aktion-hoffnung.de/?q=node/38), dass der weit größte Teil der Kleidung an Sortierbetriebe geht, um dort Erträge zu generieren. Ist ja auch verständlich- Finanzmittel werden benötigt. Jedoch ist man damit wieder bei der Aussage der ARD-Reportage... Erträge generieren auf Kosten anderer um dann vermutlich wieder eben diesen Leuten mit diversen Projekten zu helfen...?
Ich weiß nicht. Komischer Beigeschmack. Und nein, ich weiß nicht, wo ich mit meinen Altkleidern hingehen soll. Auch zur Aktion Hoffnung gehe ich nicht. Und die hiesige Caritas (bzw. andere Wohlfahrten) stöhnen bereits, weil ihre Altkleiderbestände überquellen...

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30.09.2013 11:09 Uhr

Antwort auf „Alles sehr undurchsichtig und die wichtigsten Fakten fehlen auch hier...”

nur ist es so, dass aktion hoffnung als gemeinnützig anerkannt ist und der Gewinn zu 100 % in die Förderprojekte fliest und nicht nur ein kleiner Anteil davon

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