Acht Pläne für den Bau der Synagoge
Ulm. Acht Architekten-Büros haben Pläne für den Bau einer Synagoge auf dem Ulmer Weinhof erarbeitet. Als nächstes steht deren Begutachtung an.
. Die Stadt hält auf dem Weinhof ein Grundstück für den Bau einer Synagoge bereit. Es befindet sich gegenüber dem Standort der Synagoge, die 1938 von den Nationalsozialisten zerstört und im folgenden Jahr abgerissen wurde. Dort steht heute die Sparkasse.
Mittlerweile haben acht Architektenbüros ihre Pläne entwickelt, wie das Gotteshaus, das 120 Menschen Platz bieten soll, aussehen könnte. Das berichtet Rabbiner Shneur Zalman Trebnik, der die gut 450-köpfige jüdische Gemeinde im Großraum Ulm/Neu-Ulm betreut. Vier Büros habe die Stadtverwaltung beauftragt, sagt er. Vier die jüdische Gemeinde. Inzwischen lägen alle acht Pläne für das Gutachter-Verfahren vor.
"Es ist ein ziemlich offener Rahmen, der für die Vorschläge gesetzt wurde", berichtet Trebnik. Entsprechend vielfältig dürften die Architekten-Vorstellungen für die Ulmer Synagoge ausfallen. Bis Ende Januar sollen sie in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung bewertet werden. Anschließend würden sie der Öffentlichkeit vorgestellt.
Trebnik geht davon aus, dass die zusätzlichen Vorarbeiten bis zum Baustart ein Jahr in Anspruch nehmen dürften. "Wir hoffen, dass die Bauarbeiten im ersten Halbjahr 2011 beginnen und die Synagoge anderthalb bis zwei Jahre später bezogen werden kann."
Zurzeit sei völlig offen, wie viel das Projekt kosten werde. "Als wir noch den Platz an der Wildstraße für den Bau ins Auge gefasst hatten, waren wir von 3,5 Millionen Euro ausgegangen", sagt der Rabbiner. Dieser Ansatz könne nicht einfach übernommen werden. Der jetzige Standort sei ein völlig anderer und das Gebetshaus werde sicherlich auch ganz anders aussehen, als wenn es an der Wildstraße errichtet worden wäre.
Auch die Finanzierung sei noch offen, erläutert Trebnik weiter. Dem Verein lägen eine Reihe Zusagen über Spenden und Zuschüsse vor. Unter anderem vom Land Baden-Württemberg. Diese Zusagen würden erst konkret, wenn der Verein ein "klares Konzept und einen klaren Zeitplan für den Bau" vorlegen könne.
Bisher müssen sich die Gemeindemitglieder während ihrer Versammlungen und Gottesdienste mit einem größeren Raum in einem Wohnhaus begnügen.
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Autor: JÜRGEN BUCHTA | 03.12.2009
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Kommentare (1)
Wer baut?
Unklar ist an dem Artikel, ob die Stadt Ulm oder die jüdische Gemeinde Bauherr der Synagoge wird.