60 gemeinsame Jahre

Geheiratet haben Helmut und Rosemarie Scharpf eher aus praktischen Gründen. Kein Hinderungsgrund für ein beständiges, gemeinsames Leben.

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Helmut und Rosemarie Scharpf haben fast alles erreicht, was sie sich wünschen.  Foto: 

60 gemeinsame Jahre schweißen zusammen. Wenn man es so lange miteinander aushält, ja sogar gut miteinander aushält, ist die Beziehung hart wie ein Diamant. Deswegen heißt der 60. Jubeltag auch diamantene Hochzeit.

Das gilt auch für Helmut und Rosmarie Scharpf. Er ist 93 Jahre alt, sie 89. Ein beständiges Leben. Was das Ehepaar Scharpf anpackt, ist dauerhaft. Wie ein Diamant. Wer schafft es schon, 85 Jahre lang Mitglied im SSV zu sein? Helmut Scharpf schon. Er ist seit 1954 mit Rosmarie verheiratet, aber schon seit 1929 Mitglied im SSV. "Ich bin gleich mit sechs Jahren in den Verein eingetreten, habe dort Fußball gespielt, später Tischtennis und Tennis", sagt er. Doch Sport treiben kann er mit seinen 93 Jahren nicht mehr. Auch sein Auto hat er vor einem Jahr verkauft. Das Alter fordert einfach seinen Tribut. "Das tat schon weh, Auto fahren geht leider nicht mehr", bedauert Scharpf. Seine Frau macht nach wie vor den Haushalt und kümmert sich um den Garten.

Kennen gelernt haben sie die beiden durch eine Freundin von Rosmarie, die Untermieterin bei Helmut Scharpfs Eltern war. Geheiratet wurde recht schnell nach dem Kennenlernen - eher aus praktischen Gründen. Helmut Scharpf war damals Referent für wissenschaftliche Hochschulen im Finanzministerium in Stuttgart und hatte keinen Anspruch auf eine eigene Wohnung. Denn noch galt die Wohnraumbewirtschaftung, weil es nach dem Krieg zu wenige Wohnungen gab. Ein Ehepaar hatte höhere Chancen auf eigene vier Wände. Rosmarie war bis zur Hochzeit Büroangestellte im elterlichen Betrieb in Kaufbeuren, wo Traktoren und NSU-Motorräder verkauft wurden.

Helmut Scharpf ist gebürtiger Ulmer. Er war über ein Jahr im Afrikakorps an der Front und bis 1949 in französischer Kriegsgefangenschaft in Algerien. Nach seiner Heimkehr besuchte er die Verwaltungsfachhochschule und war bis 1963 in Stuttgart tätig. Danach war er Leiter des Personalamtes der Stadt Ulm, Leiter der hiesigen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie sowie Arbeitsrichter beim Amtsgericht. Seit 1984 ist er Pensionär.

Eigentlich hat das Ehepaar Scharpf alles erreicht, was man sich wünschen kann. Sie blicken vom Michelsberg auf Ulm und sehen das Münster. Sie haben einen Sohn. Sie sind noch fit genug, um das tägliche Leben zu meistern. Nur einen großen Wunsch hat ihnen das Leben nicht beschert: Sie hätten gerne Enkelkinder.

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