42.111 Neu-Ulmer entscheiden am Sonntag über OB und Stadtrat

Wer wird OB, wie setzt sich der Neu-Ulmer Stadtrat zusammen? 42 111 Wahlberechtigte dürfen abstimmen, 3650 mehr als vor sechs Jahren. Die Zahl derer, die Briefwahl beantragt haben, hat sich fast verdoppelt.

CHIRIN KOLB | 3 Meinungen

Den einen Kandidaten von der Liste x auf die Liste y übertragen, dem anderen Kandidaten drei Stimmen geben, dem nächsten nur eine und am Ende nicht über 44 Stimmen hinauskommen – Panaschieren und Kumulieren ist bei der Kommunalwahl nicht ganz so einfach. Erst recht nicht, wenn man im Wahllokal steht, den Taschenrechner nicht bei der Hand hat und schon die nächsten zwei Wähler darauf warten, dass die Kabine endlich frei wird. Haben deshalb so viele Neu-Ulmer Briefwahl beantragt, weil sie die Stimmzettel in Ruhe daheim am Küchentisch ausfüllen möchten? Oder ist die deutlich gestiegene Zahl an Briefwahlwilligen ein Indiz dafür, dass die Wahl in Neu-Ulm besonders spannend ist, dass die Beteiligung steigt?

7442 Anträge auf Briefwahl sind diesmal jedenfalls bei der Stadtverwaltung eingegangen – fast doppelt so viele wie vor sechs Jahren, als es 4485 waren. Insgesamt sind 42 111 Neu-Ulmer wahlberechtigt, 3650 mehr als 2008. Das liegt nicht nur daran, dass die Stadt wächst und mehr Einwohner hat, sagt Wahlleiter Ralf Mager. Vielmehr dürfen diesmal auch Kroaten wählen. Ihr Heimatland gehört seit Juli 2013 zur EU, und EU-Bürger dürfen bei Kommunalwahlen mitentscheiden.

Die Wahllokale sind am morgigen Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Das Stadtgebiet ist eingeteilt in 41 Urnen- und 14 Briefwahlbezirke, berichtet Mager. Dazu kommt ein so genannter Sonderstimmbezirk, in dem die Altenheime zusammengefasst werden. 470 freiwillige Helfer sind im Einsatz. Viele von ihnen nicht zum ersten Mal. „Es gibt eingespielte Wahlteams, die immer wieder gern zusammenarbeiten.“

OB Gerold Noerenberg zieht ein positives Fazit seines Wahlkampfs. Er habe gute Rückmeldungen erhalten. Anfangs habe er ein gewisses Desinteresse an der Wahl bemerkt, zum Ende hin habe sich das seiner Einschätzung nach aber geändert. Zum Wahlausgang am Sonntag will sich der Amtsinhaber nicht äußern. Nur so viel: „Ich bin eher Optimist. Alles wird gut.“

Der Wahlkampf sei sehr gut gelaufen, meint auch sein Herausforderer Dr. Detlef Kröger, der von SPD, Grünen, FWG und FDP unterstützt wird. Er meint, eine Wechselstimmung ausgemacht zu haben und glaubt, dass seine Ziele und Ideen bei den Bürgern angekommen sind. „Überwältigend“ findet er, dass das Unterstützerbündnis gehalten hat. „Das Signal ist: Die Parteien können unterschiedlicher Meinung sein, aber trotzdem gemeinsam Wahlkampf machen und gut zusammenarbeiten.“

Stephan Salzmann, der OB-Kandidat von PRO Neu-Ulm, fühlt sich nach vier Monaten Wahlkampf „an vielen Ecken bestätigt“. Er habe für manche seiner Ideen gute Rückmeldungen bekommen von Bürgern und auch von Kandidaten anderer Listen. Als OB-Kandidat habe er nicht nur mithalten können, meint Salzmann. „Mit dem OB bin ich auf Augenhöhe, und der andere Kandidat kann mir nicht ganz das Wasser reichen.“ Eine Prognose zum Wahlausgang am Sonntag will er nicht abgeben. Vor einigen Wochen hatte er von einer Stichwahl zwischen ihm und dem Amtsinhaber gesprochen.

Bei der OB-Wahl 2008 hatte sich Noerenberg bereits im ersten Wahlgang mit 57,6 Prozent gegen Karl-Martin Wöhner (SPD) und Annette Neulist (Grüne) durchgesetzt. Die Wahlbeteiligung war rekordverdächtig gering: 40,5 Prozent.

 

3 Kommentare

15.03.2014 16:04 Uhr

Die Südwest Presse ...

macht halt was sie will.

Berichtet die Südwest Presse bewusst falsch?

oder ist es wieder mal nur ein kleiner dummer Fehler?

Wir werden es wohl nie erfahren.

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15.03.2014 14:44 Uhr

Kröger - SPD

Herr Dr, Kröger ist bekanntlich parteiloser Kandidat von Grünen, FDP, FWG und SPD. So falsch wie oben in der Bildunterschrift stand dies gestern schon einmal da, wurde dann aber verbessert, nun ist es wieder falsch. Ich bitte dringend um dauerhafte Korrektur.

Christina Richtmann

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16.03.2014 17:49 Uhr

Kröger - SPD

Herr Dr, Kröger ist bekanntlich parteiloser Kandidat von Grünen, FDP, FWG und SPD. So falsch wie oben in der Bildunterschrift stand dies gestern schon einmal da, wurde dann aber verbessert, nun ist es wieder falsch. Ich bitte dringend um dauerhafte Korrektur.

Christina Richtmann

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