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Autor: HANS-ULI MAYER, 28.01.2013

32-Jähriger überfällt Ex-Freundin und will mit Gewalt Sex erzwingen

Vor dem Landgericht Ulm hat am Montag der Prozess gegen einen 32-jährigen Mann begonnen. Der soll seine frühere Freundin vergewaltigt haben.

An Händen und Füßen gefesselt ist am Montagfrüh ein 32-jähriger Mann in den großen Schwurgerichtssaal des Landgerichts Ulm geführt worden. Sein Gesicht hatte er hinter einem Blatt Papier verborgen, die Kapuze seines Shirts tief über den Kopf gezogen, um sich vor den Kameras zu verbergen. Aber auch wenig später, als die Verhandlung begonnen und die Kameras abgeschaltet waren, zeigte er sich nicht zugänglicher. Wortkarg und einsilbig bestätigte er lediglich seine Herkunft aus Russland, seine frühere Drogensucht und die weit mehr als 20 Vorstrafen.

Zu dem Vorwurf der Vergewaltigung und der Darstellung in der Anklageschrift wollte er sich aber nicht äußern. Denn die hatte es in sich und zeichnete das Bild eines äußerst brutalen Überfalls und sexuellen Missbrauchs seiner frühere Partnerin. Fast zweieinhalb Jahre waren sie ein Liebespaar, bevor sich die Frau im Dezember 2011 von ihm getrennt hatte – der finanziellen Engpässe überdrüssig, die umso mehr zum Tragen kamen, als der arbeitslose Mann das wenige Geld für Drogen ausgab.

Die Trennung aber hat der Mann nicht verwunden – und vor allem nicht akzeptiert. Er belästigte seine frühere Freundin, rief immer wieder an, schickte ihr viele Briefe, suchte den direkten Kontakt zu ihr und bestürmte sie unablässig mit Liebesschwüren und leeren Versprechungen, sich bessern zu wollen. Doch die Frau blieb konsequent, was der Ex aber partout nicht verstehen wollte. Am 27. Juli vergangenen Jahres kam es dann zu dem Überfall, der die Frau nachhaltig belastet, und den 32-jährigen Mann jetzt vor die 2. Große Strafkammer des Landgerichts gebracht hat.

Es war an jenem Sommertag abends gegen 23 Uhr. Der Verlassene war mit dem Fahrrad zum Haus der verwitweten alleinerziehenden Mutter zweier Kinder gefahren. Im Garten fand er eine Leiter liegen, mit der er über ein geöffnetes Dachfenster in die Wohnung gelangte, wo die Frau gerade aus der Dusche kam. Sofort erkannte sie die Gefährlichkeit der Situation, sprang nackt in die Küche, um sich mit einem Messer zu bewaffnen, das ihr der kräftige Ex-Freund aber aus der Hand schlug.

Es schloss sich ein Gerangel an, er drängte die Frau ins Wohnzimmer, packte sie am Hals und drückte sie auf das Sofa, wo er sich seiner Hosen entledigt auf sie legte und am ganzen Körper berührte und küsste. Die Frau wehrte sich nach Kräften, schlug ihrem Peiniger gegen den Hals, biss ihn in die Hand und wurde bis zu einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit gewürgt. Letztlich gelang es ihr nur durch eine List, den Geschlechtsakt zu verhindern. Sie versprach dem Mann über alles nachzudenken und vermochte es trickreich, ihn abzuschütteln und die Polizei zu verständigen.

Weite Teile des Prozesses wurden hinter verschlossenen Türen geführt. Nach Informationen der SÜDWEST PRESSE hat die Frau aber alle ihre früheren Angaben wiederholt. Ein medizinischer Gutachter hat diese aufgrund der festgestellten Verletzungen obendrein bestätigt.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Nach bisheriger Planung wird das Urteil dann am Freitag kommender Woche erwartet.

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