27 Millionen Euro für neues Zentrum an der Uni

Bald gibt es wieder eine Baustelle an der Universität Ulm. Von der Grundlagenforschung zur Anwendung – das ist das Ziel von Wissenschaftlern der Uni Ulm, die im Zentrum für Quanten-Bio-Wissenschaften forschen werden. Der Neubau kostet 27 Millionen Euro.

RUDI KÜBLER | 1 Meinung

Wie funktioniert der Geruchssinn? Was passiert bei der Photosynthese? An welche Zellen dockt der HI-Virus an? Mit diesen und ähnlichen Fragen wird sich künftig ein aus Physikern, Chemikern und Medizinern bestehendes Forscherteam am Zentrum für Quanten-Bio-Wissenschaften (ZQB) beschäftigen – dem „weltweit ersten Zentrum dieser Art“, wie Uni-Präsident Karl Joachim Ebeling betont. Der Wissenschaftsrat hat am Freitag den Ulmer Antrag auf ein Forschungsgebäude mit der Bestnote „herausragend“ eingestuft, das heißt: Der Bund übernimmt die Hälfte der auf insgesamt 27 Millionen Euro veranschlagten Baukosten, inklusive der Erstausstattung, die auf rund 4 Millionen Euro kommt. Errichtet wird das Forschungsgebäude, das 2700 Quadratmeter groß sein wird und für 115 Mitarbeiter ausgelegt ist, in der Nähe des Botanischen Gartens auf dem Oberen Eselsberg. Geplanter Baubeginn: Anfang 2015. Möglicher Bezug: Ende 2017.

„Wir sind sehr stolz auf diesen Erfolg. Das neue Forschungsgebäude stärkt die Uni Ulm als international wettbewerbsfähigen Standort in der Quantenforschung“, freut sich Ebeling, der in dieser schnell aufstrebenden Disziplin ein enormes Zukunfts- und Innovationspotenzial sieht. Entstanden war die Idee für das Zentrum 2011, ein Jahr später bereits bewilligte die EU etwas mehr als 10 Millionen Euro für die Forschung der drei Professoren Martin Plenio, Tanja Weil und Fedor Jelezko. Dieses Trio bildet die Keimzelle des ZQB, Plenio übernimmt als Gründungsdirektor die wissenschaftliche Leitung, Weil fungiert als Stellvertreterin, Jelezko und der renommierte Aids-Forscher Prof. Frank Kirchhoff komplettieren das Direktorium. Das Ziel des ZQB: den Transfer von der Quantenphysik in die biomedizinische Forschung zu realisieren, „also von der abstrakten Forschung hin zur Anwendung zu kommen“, wie Plenio erklärt, der grundsätzlichen biologischen Prozessen auf den Grund gehen will.

Uni und Land teilen sich die andere Hälfte der Kosten – und das trotz angespannter Haushaltslage, wie der Ulmer SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir sagt. „Das ist ein fairer Beitrag zur kurzfristigen Realisierung des für die Weiterentwicklung der Uni und der Wissenschaftsstadt wichtigen Instituts.“

1 Kommentar

12.04.2014 10:46 Uhr

Weggabelung erfordert politischen Entscheid

Orientierten Dritte ihr eigenes Handeln vermehrt daran, was gemeinhin als das Soziale gilt, stünde das ZQB von außen unter einem weitaus geringeren Druck, den Transfer von der Quantenphysik in die biomedizinische Forschung zu realisieren und könnte daher dieses Ziel rascher erreichen. Nimmt insofern das besagte Fehlverhalten zu, treten aus systematischen Gründen heraus keinerlei Erfolge in dieser Frage ein und die millionenfache Investition öffentlicher Gelder in ein neues Gebäude auf dem Ulmer Eselsberg ist bereits heute verloren. Es liegt politisch somit in der Hand jedes Einzelnen in der Region, ob Erkenntnisgewinne auf einschlägigen Gebieten künftig dem Wohle aller dienen werden oder nicht.

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