Feuerwehr in Neu-Ulm: 19.000 Stunden für die Sicherheit

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Das vergangene Jahr war nicht außergewöhnlich, aber doch beispielhaft für das, was die Feuerwehr in Neu-Ulm geleistet hat. Nahezu 9000 Stunden waren die 38 hauptamtlichen und 211 ehrenamtlichen Kräfte im Einsatz, dazu haben sie 10.000 Stunden trainiert, um fit zu bleiben, was den Körper und das Beherrschen der Technik betrifft. Diese Zahlen gingen aus dem Jahresbericht von Kommandant Andreas Hoffzimmer hervor, den er am Freitag während der Dienstversammlung in der Gemeinschaftshalle in Ludwigsfeld vorgetragen hat.

Seit drei Jahren ist es insgesamt sehr ruhig um die Neu-Ulmer Feuerwehr geworden, gemessen an den Problemen, die die Truppe nach dem Ausscheiden von Stephan Rudolph im Jahr 2004 mit zwei Kommandanten hatte, die keinen richtigen Draht zu den Männern und Frauen fanden. Andreas Thoß und Rainer Daumann sind in Neu-Ulm längst Geschichte, seit 2014 führt Andreas Hoffzimmer die Kräfte. Und das, wie man hört, zur Zufriedenheit der Truppe und des Kommandanten (siehe auch Interview).

Und so war Oberbürgermeister Gerold Noerenberg auch voll des Lobs: „Man kann sich auf unsere Feuerwehr verlassen. Wenn sie gebraucht wird, dann kann sie kompetent helfen. Sie ist ein Garant für die Sicherheit unserer Bürger.“ Es sei auch ein Zeichen der Anerkennung, wenn der Stadtrat meist ohne große Diskussionen die Wünsche nach neuer Ausstattung erfülle. „Auch wenn nicht alles möglich ist, so schaffen wir doch Dinge an, die sie brauchen.“ In diesem Jahr steht ein echtes Highlight an: Schon im Mai soll die neue Magirus-Drehleiter im Wert von 700.000 Euro ausgeliefert werden. Ein nicht gerade billiges Fahrzeug, dass bei dem boomenden Geschosswohnungsbau gerade in der Innenstadt immer wichtiger wird.

Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt sprach ein Problem an, das nicht nur die Neu-Ulmer Feuerwehr hat: Die Alarmsicherheit tagsüber sei in Gefahr, weil die Anzahl der Feuerwehranwärter zurück gehe. Sprich: Der Feuerwehr fehlt es an Nachwuchs. Zwar waren im vergangenen Jahr in der Neu-Ulmer Jugendfeuerwehr 45 Jungen und 6 Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren aktiv, dass sind aber 15 Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie Stadtjugendwart Dennis Böhm sagte.

Am größten sind innerhalb der Neu-Ulmer Feuerwehr die Sorgen in den Löschzügen der Stadtteile Ludwigsfeld mit nur zwei Jugendlichen und Jedelhausen, wo kein einziger Jugendlicher die Truppe verstärkt. Dagegen sieht es in Finningen mit zwölf Jugendlichen und stolzen 37 aktiven Männern richtig gut aus.

Um gegen das personelle Ausdünnen anzusteuern, hat die Neu-Ulmer Feuerwehr das Projekt Kinderfeuerwehr gestartet. Buben und Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren sollen spielerisch an die Feuerwehr herangeführt werden. Am vergangenen Donnerstag fand diesbezüglich ein erster Elternabend statt. Und siehe da, es gibt 19 interessierte Kinder. Begonnen wird mit dem Kinderprogramm gleich nach den Osterferien.

In der Rückschau bemühte Kommandant Hoffzimmer den Dichterfürsten Friedrich von Schiller: „Doch mit den Geschickes Mächten ist kein ewger Bund zu flechten. Und das Unglück schreite schnell.“  Er zeigte auf, wie vielfältig die Feuerwehr 2016 gefordert war. Zu den 79 Bränden und 490 technischen Hilfeleistungen vom Aufsperren von Türen bis zur Bergung von Unfallopfern, kam Ende Mai noch der Unwettereinsatz hinzu. Zahlreiche Keller und auch Unterführungen mussten ausgepumpt werden, vor allem in Jedelhausen, Gerlenhofen und Offenhausen. „73 Mal konnten wir Leben retten oder Menschen aus Zwangslagen befreien. Doch wir hatten dabei auch zehn Tote zu beklagen.“

Mannschaften
In der Hauptwache arbeiten 38 hauptamtliche Kräfte, davon 34 Feuerwehrbeamte. Dazu kommen die Löschzüge mit 211 ehrenamtlichen Kräften: die Hauptwache mit 56 Kräften, Ludwigsfeld (18), Gerlenhofen (38), Jedelhausen (16), Hausen (20), Holzschwang (26) und Finningen (37). Dazu kommen noch im gesamten Stadtgebiet die eigenständigen Feuerwehren von Pfuhl, Burlafingen, Steinheim und Reutti hinzu – alles in allem etwa 160 Kräfte.

Ehrungen
Nicht alle der für 30 und 40 Dienstjahre Geehrten war am Freitag anwesend. Es fehlten Hans Botzenhardt, Werner Breitschädel, Stefan Kremeter und Uwe Proksch (alle 30 Dienstjahre). Dazu wurden sechs Männer für 10 Dienstjahre geehrt.

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