Was passiert, wenn das Nabada ausfällt?

Ulm.  Der Schwörmontag naht, und die letzten Vorbereitungen werden getroffen, damit beim Nabada alles nahtlos über die Bühne läuft – sofern das Wetter mitspielt. Wir haben nachgefragt, was passiert, wenn das Nabada buchstäblich ins Wasser fällt.

Nabada-Organisationsleiter Hans-Joachim Amann ist vollkommen entspannt. "Am Samstag ist der erste Arbeitseinsatz auf dem Bauhof, das läuft schon", erzählt er im Hinblick auf die Themenboote, die eine Woche vor dem traditionellen Wasserumzug von den Teilnehmern montiert werden.

Ganz so gut läuft es freilich nicht immer: 2009 gab es wegen des kalten Wassers kurzerhand einen Neopren-Erlass, 2008 musste das Nabada wegen Hochwassers sogar ganz ins Wasser fallen. Eine schwierige Entscheidung sei das gewesen, man habe es sich schon angesichts der aufwändigen Themenboote nicht leicht gemacht.

"Wir verfolgen bereits die ganze Woche vor dem Schwörmontag den Wasserstand und die Meldungen des Wasserwirtschaftsamts, von daher wissen wir spätestens am Vortag, ob das Nabada stattfinden kann oder nicht. Wenn es schlecht aussieht, so wie 2008, wartet man aber natürlich bis zum letzten Moment, in der Hoffnung, dass die Bedingungen doch noch besser werden."

Im schlimmsten Fall müssen Amann und der städtische Repräsentationsleiter Alois Schnizler aber die Notbremse ziehen. 2008 passierte das buchstäblich in der letzten Sekunde vor der Schwörrede mittels eines zugesteckten Zettels. An den Themenbooten und den Kapellen liegt es dabei nicht einmal, da diese durchaus mit der starken Strömung zurechtkommen würden. "Wir haben ja erfahrene Schiffsführer. Aber wenn wir anfangen, die Donau hinunterzufahren, springen die wilden Nabader wie die Lemminge hinterher. Und die hätten vor zwei Jahren mit Sicherheit ihre Probleme im eiskalten Wasser bekommen."

Kritik gab es damals wegen der roten Signalkörbe am Viereckkranz des Münsterturms, mit dem die Absage des Nabada traditionell signalisiert wird, für die meisten Besucher aber nur mit zusammengekniffenen Augen zu erkennen waren. Wären neue, größere Körbe nicht sinnvoller? Amann winkt ab: "Die braucht man doch gar nicht, das macht man nur, weil es Tradition ist. Vom Kuhberg oder dem Roten Berg aus kann man die Dinger sowieso nicht sehen, das ist nur für die Leute in der Innenstadt interessant. Und heutzutage kann man so etwas sowieso viel schneller verbreiten – über Twitter, Facebook oder swp.de!"

Ein ausfallendes Nabada ist aber ohnehin die Ausnahme. Amann selbst kann sich nur an einen einzigen Schwörmontag erinnern, der ohne den Umzug stattfinden musste, "irgendwann in den 1970ern." Damals wurde einfach eine Woche später die Donau hinuntergeschippert. Heute sei das keine Alternative mehr, da sich viele Teilnehmer und Besucher eigens Urlaub nehmen, und auch die meisten Musikkapellen in der Folgewoche bereits anderswo engagiert sind.

Vor zwei Jahren wurde auch mit der Idee gespielt, ein "trockenes Nabada" auf dem Land zu veranstalten. Dazu hätten aber sämtliche Boote an Land gebracht, auf die andere Donauseite transportiert und dort aufgebaut werden müssen – und dann wäre es doch nicht dasselbe gewesen. "Das Nabada ist ein Wasserzug, der muss auch die Donau hinunter fahren. Dann lässt man es lieber ausfallen".

Offizielle Nabada-Seite: nabada.org


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Autor: Stefan Kaufmann | 15.07.2010

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