Empfang mit Herzog und Ministerpräsident

Ulm.  Nach dem Schwur lädt die Stadt zum Empfang ins Rathaus. Diesmal unter den Gästen: eine ehemalige Ulmer Jüdin und eine Königliche Hoheit.

Es klang wie eine Drohung. Um 16 Uhr fängt das Nabada an, "bis dahin wird die Zeit ausgefüllt mit zwei Reden". Gerade mal halb eins war es, als Oberbürgermeister Ivo Gönner mit diesem Satz den im stickigen Rathaus-Foyer aneinandergepressten Gästen, darunter Carl Herzog von Württemberg - den Gönner protokollarisch korrekt als "Königliche Hoheit" begrüßte - , einen Schrecken einjagte. Zu deren Glück machten es die beiden Redner, Ministerpräsident Stefan Mappus und Bundesbildungsministerin Annette Schavan, aber kurz. Nicht jeder muss ja wie Gönner an diesem Tag eine einstündige Rede halten.

Während dieser Stunde habe er eines gelernt, sagte Mappus nach seinem ersten Schwörfeierbesuch: "Die Aufgabe von Bund und Land ist es, in den Kommunen zu investieren. Gleichzeitig sollen sie aber so sparen, dass es keiner merkt." Nach dieser Spitze auf Gönners Schwörrede äußerte sich der Ministerpräsident aber nur noch überschwänglich lobend. Ulm verbinde eine hervorragende Mischung aus zukunftsfähiger Entwicklung und Bewahren der Tradition. Der Schwörmontag mit seiner Verfassungstradition, die bis heute lebendig gehalten wird, gehöre dazu ebenso wie Weichenstellungen und Investitionen in die Zukunft. Ulm sei "eine Top-Adresse in Forschung und Entwicklung", habe eine exzellente Hochschullandschaft und sei eine herausragende Schul-Stadt. Dass Ulm hohen Wert auf Bildung legt, freue ihn besonders, da es das Thema der Zukunft sei und in der Landesregierung höchste Bedeutung habe. Sein Fazit: "Ulm ist eine tolle Stadt. Ulm ist eine Perle in Baden-Württemberg."

Dazu habe freilich auch das Land seinen Anteil beigetragen. Allein für Bauten an der Universität und dem Klinikum habe Baden-Württemberg seit 1998 insgesamt 383 Millionen Euro investiert, "eine ungeheure Summe", sagte Mappus.

Als "Ulmer Bürgerin, die hier gerne lebt und die Stadt von Tag zu Tag mehr zu schätzen lernt", bezeichnete sich Annette Schavan, die auch Ulmer Bundestagsabgeordnete ist. Der "ganz besondere Reiz und das Selbstbewusstsein" der Stadt zeige sich an keinem anderen Tag so sehr wie an Schwörmontag. Die Bundespolitikerin gestand ihren versammelten Kommunalkollegen aber auch zu: "Es ist schwer geworden, Kommunalpolitik zu gestalten." Als Forschungsministerin freute sie sich vor allem über die drei Wissenschaftspreise, die Gönner auf dem Weinhof an Ulmer Forscher verliehen hatte.

Ganz im Hintergrund hielt sich ein Gast, den der OB besonders herzlich willkommen hieß: Ann Dorzback, vor 89 Jahren als Ann Wallersteiner in Ulm geboren und als Jugendliche mit ihren Eltern vor dem Nazi-Terror geflüchtet. Ann Dorzback lebt in Kentucky/USA, hat Ulm schon öfter besucht und wurde von ihrem Sohn begleitet. Den engsten Kontakt hat sie mit ihrer gleichaltrigen Schulfreundin Ruth Bochtler. "Wir sind schon in der ersten Klasse nebeneinander gesessen", erzählte sie. Das taten sie jetzt wieder, bei den Häppchen im Anschluss an die Reden.


Kommentare (1)

20.07.2010 18:09 Uhr |   unbekannt

Oceanwave

Wenn Schavan nicht endlich jemand stoppt, werden künftige Hochschulabsolventen Gänsestopfleber statt Hirn im Kopfe haben.

Bekanntlich kommt Schavan aus Baden-Württemberg. Schavan und den Rest der schwarz-gelben Mannschaft in Baden-Württemberg sollte endlich jemand rausschmeissen. Bzgl. der Gründe empfehle ich einen Blick auf die höchst interessanten Informationen zum Thema Hochschul-Kriminalität von Danisch.

Dieser hat ziemlich umfangreich recherchiert und hat rausgefunden, dass in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren still und heimlich an den Gesetzen gedreht wurde mit dem Ergebnis, dass Korruption an Hochschulen quasi legitimiert wurde. Und bekanntlich kommt Schavan ja aus Baden-Württemberg.

Wers nachlesen will, google:

Danisch Vosskuhle Vergeltung

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