Alkohol und Scherben geben zu denken

Ulm/Neu-Ulm.  Nach allen Beobachtungen und Schätzungen dürfte der Schwörmontag so viele Menschen angezogen haben wie vielleicht noch nie. Entsprechend sah es in der Nacht auf gestern aus in der Innenstadt und in der Au.

"Es war definitiv ein friedliches Fest." So fasst Rainer Türke von den städtischen Bürgerdiensten das spektakuläre Treiben am vorgestrigen Schwörmontag zusammen. Und meint das ganz wörtlich: Trotz des Andrangs und Gedränges sind im Vergleich zu den Vorjahren weniger Körperverletzungsdelikte verzeichnet worden. Auch im Vergleich mit ähnlichen Stadtfesten andernorts liege Ulm dabei weit unter Niveau.

Die Polizei hatte schon im Vorfeld angekündigt, mit mehr Personal als in früheren Jahren vor allem auf den Alkoholmissbrauch von jungen Schwörmontagsgästen zu achten. Ein Vorhaben, das gerade in der Innenstadt durchaus nötig war, wie Polizeisprecher Reiner Durst sagte. Allerdings seien auch diese Vorfälle, gemessen an der Gesamtzahl der Besucher, eher die Ausnahmen als der Regelfall. Es gebe insgesamt eine gute Entwicklung. Durst: "Wir geben zwar keine Entwarnung, sind aber auf einem guten Weg."



Tatsächlich sieht auch Türke im Alkoholkonsum Jugendlicher das gravierende Schwörmontagsproblem, dem aber schwer beizukommen sei. An der Strategie der Ordnungskräfte rüttelt er dabei nicht: "In keinster Form auf irgendeinen Stress einlassen." Ein weiteres großes Problem, das auch mit dem Alkoholkonsum zu tun hat, seien die Glasscherben zerschlagener Flaschen auf dem Boden, die zu etlichen Schnittverletzungen führten - "vor allem bei den vielen Flip-Flop-Trägern", wie Türke sagt. "Wir denken über ein generelles Verbot von Glas für die Gastronomie nach."

Das hieße: Keine Krüge. Keine Flaschen. Nur noch Hartplastikbecher. Wofür Türke auf die gute Kooperation mit den Wirten setzt, was freilich nicht verhindert, dass vor allem junge Leute Flaschen mitbringen.

Wendelin Huber, bei den Entsorgungsbetrieben (Ebu) für die Stadtreinigung zuständig, hat derweil das Gefühl, dass nicht mehr so viel Glas herumlag. Neben Marktplatz, Münsterplatz, Fischerviertel sei vor allem die Donauwiese zugemüllt. "Heftig." Die Ebu wollen erreichen, dass die zehn Extra-Müllinseln mit je vier 240-Liter-Eimern noch besser genutzt werden. Im Übrigen bestätigt er die gute Kooperation: "Die Wirte sind sehr bemüht, selber sauber zu machen", wie er schon am frühen Morgen beobachten konnte.

Seine Leute waren von 4 Uhr an in der Innenstadt im Einsatz, mit elf Stadtreinigern, darunter die am Vorabend mit dem Dentler-Ehrenring ausgezeichnete Erika Klapproth, fünf Kleinkehrmaschinen, einer großen und einem Müllfahrzeug. Von 9 Uhr an war dann auch die Friedrichsau dran. Geschätzte Gesamtmüllmenge: über zehn Tonnen. Normal sind zwei bis drei am Tag.


Kommentare (2)

22.07.2010 08:29 Uhr |   favagineus

Grenzerfahrungen

als jugendlicher grenzerfahrungen zu machen ist vollkommen in ordnung!
21.07.2010 15:30 Uhr |   rosty

Schwörmontag

Es würde mich interessieren was Herr Türk meint wenn er sagt : An der Strategie der Ordnungskräfte rüttelt er dabei nicht: "In keinster Form auf irgendeinen Stress einlassen."

Bedeutet das die Strasse dem Mob zu überlassen, nicht einzuschreiten auch wenn man Ungesetzliches sieht ? Hauptsache keinen Stress. Toll.

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Autor: HANS-ULI MAYER JAKOB RESCH | 21.07.2010

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