Polizeibilanz: Versuchte Vergewaltigung am Schwörmontag

Die Feiern am Schwörmontag haben die Polizei bis in die Morgenstunden des Dienstags gefordert. Die Beamten ermitteln unter anderem wegen einer versuchten Vergewaltigung, einer Reihe von Diebstählen, Körperverletzungen und Beleidigungen.

Die Polizei in Ulm ermittelt wegen einer versuchten Vergewaltigung an einem 17-jährigen Mädchen In der Nacht zum Dienstag war die Jugendliche gegen 0:30 Uhr in der Hirschstraße unterwegs. Dort begegnete ihr ein etwa 25-Jähriger, der sie nach einem kurzen Wortwechsel schnappte und in die Ulmergasse trug. Dort versuchte er gewaltsam, die 17-Jährige zu entkleiden. Eine Freundin des Opfers war auf den Angriff aufmerksam geworden. Sie eilte ebenso in die Seitenstaße, wie ein noch unbekannter Helfer. Das Opfer erstattet sofort Anzeige.

Die Polizei fahndete in der Nacht nach dem etwa 1,70 Meter großen und muskulösen Unbekannten, bislang leider ohne Erfolg. Der junge Mann trug ein Piercing in der Unterlippe. Bekleidet war er mit einer hellblauen Jeans sowie einem grauen Pulli mit bunten Sternen. Auf seiner Schildmütze befand sich ebenfalls ein Stern. Bei ihren Ermittlungen zu dieser schweren Straftat und der Suche nach dem Täter sind der helfende Passant und andere Zeugen, Tel. 0731/1880.

Diebstähle und Körperverletzungen

Gegen 22 Uhr waren ein 20-Jähriger und ein 21-Jähriger in der Fischergasse unterwegs, als sie von einem Trio angesprochen wurden. Einer der Männer rempelte den Älteren an und fragte nach Rauschgift. Dann drohten die Unbekannten mit Messern und forderten Geld. Ein Opfer wehrte sich, worauf das Trio flüchtete und die Geschädigten Anzeige erstatteten. Die Männer sind 21 bis 23 Jahre alt. Beide hatten ihr dunkelbraunes Haar nach oben gegelt. Sie trugen schwarze Lederjacken und blaue Jeanshosen. Ihre Begleiterin dürfte 19 bis 20 Jahre alt sein. Sie hat schwarzes, schulterlanges Haar. Bekleidet war sie mit einem dunkelroten Pulli und einer Jeanshose. Nun ermittelt die Kriminalpolizei Ulm wegen versuchter räuberischer Erpressung und sucht nach den drei Unbekannten.

In vier Fällen wurden der Polizei Körperverletzungen angezeigt. Kurz nach 22 Uhr schlug demnach ein Unbekannter in der Friedrich-Ebert-Straße einem 18-Jährigen mit einer Flasche ins Gesicht. Dem Zufall ist zu verdanken, dass der junge Mann nur leicht verletzt wurde. Er hatte sich bei dem Unbekannten beschwert, der ihm mehrmals auf die Füße getreten war.

Gegen 23:45 Uhr trat ein Unbekannter einem 30-Jährigen in der Frauenstraße gegen das Schienbein. Im Gerangel nahe der Brenzstraße ging zudem die Sonnenbrille des Opfers zu Bruch. Der Angreifer soll etwa 25 Jahre alt, 1,85 Meter groß und korpulent sein. Seine Jeanshose und sein T-Shirt waren blau.

Gegen einen 18-Jährigen aus dem Landkreis Günzburg ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung. Um 1 Uhr soll er in der Hirschstraße einen 23-Jährigen durch einen Faustschlag verletzt haben. Als das Opfer zu Boden ging, zog es sich eine erhebliche Beinverletzung zu. Nach Zeugenangaben trat der 18-Jährige nach dem Verletzten, bevor er flüchtete. Ein Begleiter des Verletzten holte den Flüchtenden ein und stellte ihn zur Rede. Auch ihm versetzte der Täter einen Faustschlag und Tritte, der 40-Jährige erlitt erhebliche Verletzungen.

Kurz nach dieser Tat nahm die Ulmer Polizei den angetrunkenen Verdächtigen fest. Er sieht einem Strafverfahren entgegen.

Beim Bahnhofsteg in der Schillerstraße gerieten kurz nach 1 Uhr zwei 23-Jährige aneinander. Nach einer Beleidigung schubsten sich die Kontrahenten, bis einer stürzte. Am Boden verletzte ihn der Zweite leicht mit einem Fußtritt. Beamte der Bereitschaftspolizei, die die Ulmer Polizei unterstützen, fassten den Verdächtigen und übergaben ihn für weitere Ermittlungen an die Ulmer Kollegen.

Langfinger beim Schwörmontag

Mindestens siebenmal griffen Diebe am Schwörmontag und in der Nacht zum Dienstag zu. Am frühen Nachmittag griff ein Unbekannter in der Straßenbahn zur Oststadt in den Rucksack einer 13-Jährigen. Er erbeutete eine Börse mit wenigen Euro und einem Ausweis.

Zwischen 20 und 21 Uhr angelte sich ein Taschendieb in der Fischergasse den Geldbeutel aus der Handtasche einer 18-Jährigen. Wenig später wurde er in einem Lokal abgegeben, allerdings fehlten Geld und eine EC-Karte.

Ähnliche Beute machte ein Unbekannter gegen 21:30 Uhr am Münsterplatz. Im Gedränge fischte er den Geldbeutel aus der Hosentasche eines 18-Jährigen. Seinen Rucksack büßte ein 41-Jähriger in der Platzgasse ein. Er hatte ihn in der Menge zwischen seine Beine gestellt, gegen 23 Uhr bemerkte er den Verlust.

Gegen 1:30 Uhr bemerkte eine 22-Jährige am Weinberg, dass ihr Geldbeutel fehlt. Rund eine Stunde vorher hatte sie ihn zuletzt in der Hand gehabt. Im selben Bereich büßte eine 21-Jährige den Geldbeutel mit Barem, Bankkarten und Ausweisenein. Die Wertsachen hatte sie entgegen dem Rat der Poliei in einer Umhängetasche getragen. In einem Altstadtlokal wurde einer 26-Jährigen zwischen 3:30 und 3:40 Uhr die komplette Handtasche gestohlen - samt Telefon, Schlüsseln, EC-Karte und Ausweisen. 

Zehn Personen musste der Rettungsdienst wegen übermäßigem Alkoholkonsum in Kliniken bringen, insgesamt 35 mal musste er Menschen Hilfe leisten. Darunter waren dank des Glasverbots deutlich weniger Verletzungen durch Scherben als in den Vorjahren.

Drei Störenfriede nahm die Polizei zumindest vorübergehend in Gewahrsam. Darunter ein 23-Jähriger, der in einer Gaststätte randaliert hatte. Nach einer halben Stunde bei der Polizei hatte er sich wieder beruhigt und durfte gehen. Von der mehrspurigen B 10 brachte eine Polizeistreife gegen 0:40 Uhr einen Angetrunkenen in Sicherheit. Nach dem Lehrer-Tal-Tunnel war der 20-Jährige zu Fuß in Richtung Dornstadt unterwegs. Zum Ausnüchtern mussten die Beamten dagegen einen Mann aus dem Raum Heidenheim mitnehmen. Er hatte gegen 2 Uhr volltrunken auf dem Marktplatz gelegen. Für den Gewahrsam erwartet ihn eine Rechnung der Polizeidirektion Ulm.

Betrunken waren auch ein 18-Jähriger aus Ulm und ein 23-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen, beide sehen Strafanzeigen wegen Beleidígungen entgegen, mit denen sie Polizeibeamte bedacht hatten. Den Jüngeren hatte die Bereitschaftspolizei gegen 17:20 Uhr beanstandet, weil er beim Metzgerturm öffentlich seine Notdurft verrichten wollte. Bei dem Älteren wollte die Polizei gegen 23 Uhr am Münsterplatz die Personalien feststellen. Auch er reagierte aggressiv und beleidigend. Weil er sich den Maßnahmen widersetzte, sieht er zudem einer Anzeige wegen Widerstands gegen Polizeibeamte entgegen.

Auch mit einer Sachbeschädigung, verübt von Montag auf Dienstag in der Friedrich-Ebert-Straße, mussten sich die Beamten befassen. Ein Unbekannter hatte dort eine Türscheibe demoliert und sich offenbar selbst verletzt. Auch in diesem Fall dauern die Ermittlungen an.

Autor: SWP | 19.07.2011

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