Expertenstreit um geköpfte Kitze: War es Mensch, Luchs oder Fuchs?

Nach den Medienberichten über geköpfte Rehkitze in Ulm streiten sich die Experten: War es wirklich ein Wilderer, oder doch Luchs oder Fuchs?

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    Wilder Luchs: Wer hat die Rehkitze geköpft? Foto: 
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    Geköpftes Rehkitz: Bereits fünf in diesem Jahr Foto: 
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Nach der großen Medienresonanz auf die Pressemeldung und den Facebook-Auftritt des Polizeipräsidiums Ulm gingen dort zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung auf den Beitrag ein. Das meldete die Polizei am Freitag unter anderem auf Twitter.

Am Donnerstag hatte die SÜDWEST PRESSE über einen möglichen Fall von Wilderei im so genannten Maienwald nahe UIm berichtet: Erneut war ein geköpftes Rehkitz dort gefunden worden. Es war das fünfte im Verlauf dieses Jahres und der zuständige Jagdpächter sowie andere Experten äußerten sich auch gegenüber anderen Medien dahingehend, dass eigentlich nur ein Mensch der Täter sein könne und etwa ein Fuchs unwahrscheinlich sei.

Auf einen Zeugenaufruf hinsichtlich des aufgefundenen Rehs mit abgetrenntem Kopf haben die Polizeidienststellen in Ulm jetzt zahlreiche Anrufe erreicht, die auf einen Jäger aus dem Tierreich schließen lassen: So haben sich bei der Polizei Jagdpächter gemeldet, die angaben, ähnlich zugerichtete Tiere in ihrem Revier aufgefunden zu haben. Sie äußerten die Vermutung, dass diese Tiere eventuell von einem Raubtier gerissen wurden.

Ein Jäger beispielsweise aus dem Alb-Donau-Kreis ist laut Polizeiangaben der festen Überzeugung, dass der Kopf von einem Luchs abgetrennt wurde: Diese gäbe es seit einiger Zeit im Land wieder. Er selbst habe vor rund fünf Monaten nach einem gemeldeten Wildunfall kurze Zeit später das Tier zehn Meter neben der Straße mit fein säuberlich abgetrenntem Kopf aufgefunden. Dies sei eindeutig auf ein Raubtier zurückzuführen gewesen. Außer dem Luchs sei kein hiesiges dazu in der Lage.

Tweet der Ulmer Polizei zu toten Rehkitzen:

Auch ein weiterer fachkundiger Hinweisgeber bezeichnete das Verhalten von Luchsen und auch Füchsen als typisch dafür, Köpfe von erbeutetem Wild messerscharf abtrennen zu können. Die Polizeibeamten haben nun mit den zuständigen Stellen im Land Kontakt aufgenommen und prüfen, ob dies zutreffen könnte. Die Polizei in Ulm ist derzeit deshalb mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg im Dialog. Dort ist man der Meinung, dass es sich höchstwahrscheinlich um Fuchsrisse handelt.

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