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Autor: HANS-ULI MAYER, 28.01.2013

Tödliche Schüsse: Polizei weitet Ermittlungen aus

Die Umstände der Schießerei von Mitte Dezember in Neu-Ulm sind weitgehend geklärt. Dennoch weitet die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen aus.


Großeinsatz der Polizei am Sonntagabend in Neu-Ulm: Ein Schütze hat in der Industriestraße auf zwei Männer geschossen. Das eine Opfer erlag am frühen Montagmorgen seinen schweren Verletzungen. Fotograf: Ralf Zwiebler

Aufgrund der bisherigen Ermittlungen der Sonderkommission ist der zeitliche Ablauf der Schießerei von Mitte Dezember weitgehend geklärt. Dennoch bleiben Fragen offen, weshalb die Ermittlungen jetzt ausgeweitet werden. Wie berichtet, war am Abend des 16. Dezembers in der Neu-Ulmer Industriestraße der 31-jährige Inhaber einer Sicherheitsfirma getötet und sein Mitarbeiter schwer verletzt worden.

Die Polizei hat drei Verdächtige in Haft genommen. Als Schütze gilt ein 21-Jähriger, der wie die beiden Mithäftlinge der Rockergruppe Rockmachine angehört. Von einem Rockerkrieg will die Polizei jedoch nicht sprechen, wie in anderen Medien spekuliert worden war. Die Ermittlungen hätten hierzu keine „belastbaren Hinweise“ erbracht, heißt es in einer Mitteilung.

Dafür konzentrieren sich die Ermittler jetzt auf die Gruppe der Rockmachine, die möglicherweise für weitere Straftaten in Betracht kommt. So etwa für mehrere Körperverletzungen im Umfeld der Discomeile an der Neu-Ulmer Lessingstraße. Insbesondere aber hat die Sonderkommission der Kripo zwei Brandstiftungen im Blick, bei denen am 8. März 2012 an der Turmstraße die Gaststätte „Nachtschicht“ und zwei Wochen später das „Big Ball“ an der Borsigstraße ausbrannten. Beide Lokale waren mehr oder weniger Treffpunkte von rivalisierenden Rockergruppen.

Ein Problem bei den Ermittlungen ist die nach wie vor fehlende Tatwaffe. Vor wenigen Tagen haben Spezialtaucher des Landeskriminalamts die Donau im Bereich des Fußgängerstegs zwischen Offenhausen und der Friedrichsau abgesucht und dabei tatsächlich eine Pistole gefunden. Ob es sich um die Tatwaffe handelt, wird noch überprüft.

Um die Hintergründe der Schießerei ans Licht zu bringen, hofft die Polizei auf die Aussagen von Zeugen. Keine Beweise gibt es derweil für frühere Angaben, dass es zwischen der Rockergruppe und der Sicherheitsfirma um die Bewachung eines Bordells gegangen war.

Wer Angaben zu der Rockerbande Rockmachine oder speziell zu den beiden Brandstiftungen machen kann, wird gebeten, sich an die Polizei Neu-Ulm unter Tel. (0731) 801 30 zu wenden. Das sei auch eine Frage von „Zivilcourage“, wie ein Polizeisprecher sagte.

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