Hausmauer bricht zusammen

Nach einem missglückten Erweiterungsversuch an einem Wohnhaus in Nersingen muss dieses nun abgerissen werden. Am Donnerstag war die Südseite eingestürzt. Zu Schaden kam dabei niemand.

SWP |

Die Feuerwehrleute stehen vor dem Haus, doch tun können sie nichts. Ein gewaltiger Riss durchzieht die Südwand des Gebäudes an der Augsburger Straße in Nersingen-Unterfahlheim. Verursacht in aller Frühe durch Bauarbeiten an der Südwest-Ecke des Hauses. Und das Gebäude senkt sich immer weiter gen Süden. Der Bewohner, ein Mann Jahrgang 1944, hat sich auf die Straße gerettet. Dort müssen er, der Hauseigentümer und die Rettungskräfte gegen 10 Uhr dabei zusehen, wie die Südwand vollends umkippt und wie bei einem Puppenhaus den Blick frei gibt auf Möbel, die Toilette, das Geschirr im Regal.

Am Donnerstagnachmittag waren 16 Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz. Mit vier Balken von vorne und mit zwei von der Seite stabilisierten sie den Rest des Gebäudes. Der Dachstuhl drohte herunterzukrachen. „Wir stützen das Haus und schützen das Nachbarhaus“, erklärte THW-Pressesprecher Ralf Kirsten. Das Gebäude sei „äußerst labil“.

Dem stimmte Feuerwehrkommandant Andreas Frey zu. Er geht davon aus, dass das Haus abgerissen werden muss – so stellte es am Abend auch die Polizei in einer Mitteilung dar. Ein Wellensittich, der sich in seinem Käfig nach dem Einsturz der Südwand noch im oberen Stockwerk befunden hatte, konnte am Abend gegen 18 Uhr gerettet werden. Vorher hatte der Statiker nach dem THW-Einsatz grünes Licht gegeben und die Feuerwehrleute konnten über eine Leiter ins Gebäude gelangen. Frey: „Eine Tierrettung ist in dieser Situation eine Frage der Verhältnismäßigkeit.“

Doch was war der Auslöser des Einsturzes? Der 47-jährige Hauseigentümer arbeitete gegen 6 Uhr mit einem Minibagger am Fundament. Laut Polizei wollte er den Keller vergrößern. Dabei habe er die Südwest-Ecke „destabilisiert“, diese habe sich mit einem lauten Knall ein gutes Stück gesetzt, sagte Kreisbrandrat Bernhard Schmidt. Konstruktionsbedingt sei wegen der beschädigten Ecke das gesamte, in den 30er Jahren erbaute Haus in Schieflage geraten. Das Nachbarhaus, das über ein Treppenhaus mit dem beschädigten Gebäude verbunden ist, sei nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Es sei nach wie vor bewohnbar. Dort ist im Erdgeschoss die Geschäftsstelle des VfR Unterfahlheim untergebracht. Zwar sei die Rettungsmaschinerie gleich nach der Alarmierung gegen 8 Uhr angelaufen, das Gebäude aber nicht zu retten gewesen, berichtete der Kreisbrandrat. Zuletzt hätten nur noch die Stromkabel die Mauer gehalten. „Die Feuerwehrleute hätten daher im Trümmerschatten arbeiten müssen, das aber wäre viel zu gefährlich gewesen.“

Außer Bernhard Schmidt machten sich eine Vertreterin des Kreis-Bauamtes, ein Statiker, Gerhard Dukek vom Bauamt der Gemeinde und Polizeibeamte einen Eindruck vom Geschehen vor Ort. Die Kriminalpolizei Neu-Ulm prüft nun, ob sich der Hauseigentümer strafbar gemacht hat. Es gibt im Gesetzbuch einen Paragraphen, wonach bei Bauarbeiten Leib und Leben anderer nicht gefährdet werden dürfen. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 100.000 Euro.

Dem Bewohner hat der 47-jährige Eigentümer inzwischen bei Bekannten eine neue Unterkunft bei Echlishausen im nahen Bibertal organisiert. Später wolle er ihn im Gasthaus St. Martin in Unterfahlheim einquartieren, heißt es.

Zum Schluss

Warum man mit Energiesparlampen ...

Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen.

Energiesparlampen schonen das Klima, weil sie viel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Doch wenn sie zerbrechen, ist Vorsicht angesagt – vor allem, wenn sie Quecksilber enthalten. mehr

Kotzhügel und Zaun: Botschaften ...

Das Tanzen auf den Tischen ist nicht erlaubt. Foto: Felix Hörhager

Der Besuch des Oktoberfestes kann ein großes Abenteuer sein. Damit alles glatt geht, geben einige Botschaften ihren Landsleuten nützlich Ratschläge an die Hand. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr