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Dreister Einbruch bei HAM

Kein guter Neujahrs-Beginn für die Firma HAM in Hörenhausen. Einbrecher stahlen in der Nacht zum Sonntag eine große Zahl halbfertiger Werkzeuge. Schaden: mehrere Hunderttausend Euro. Die Kripo ermittelt.

BEATE REUTER-MANZ |

Ein guter Start in ein neues Geschäftsjahr sieht anders aus. Eine Einbrecher-Bande hat den Hartmetallverarbeitungsbetrieb HAM in Hörenhausen in der Nacht zum Sonntag heimgesucht. Interesse zeigten die Diebe ausschließlich an hochwertigen Präzisionswerkzeugen, die in Kürze hätten ausgeliefert werden sollen.

Die Täter, offenbar Kenner der Materie, verschafften sich in der Zeit zwischen 23 und 9.45 Uhr Zugang zu jener neuen Halle auf dem Firmengelände im Gewerbegebiet Stegwiesen, in der ausschließlich Spezial-Werkzeuge für die Automobil- und Flugzeugindustrie sowie deren Zulieferer produziert werden. "Mit brachialer Gewalt wurde auf der Nordseite der Produktionshalle eine Notausgangstür aufgebrochen", teilt die Polizei dazu mit.

In der Halle selber machten sich die Täter an rund 80 bis 100 Maschinen zu schaffen. "Querbeet wurden an diesen Maschinen die jeweiligen Rohstäbe entwendet, egal in welchem Fertigungsgrad", berichtet Günter Eberle auf Anfrage. Der Betriebsleiter war am Sonntagmorgen vom Dienst habenden Meister informiert worden, nachdem dieser um 9.45 Uhr den Einbruch entdeckt hatte. "Als ich in die Halle kam, herrschte dort eine große Unordnung. Auftragspapiere lagen am Boden, Transport-Wagen standen willkürlich in der Gegend herum", beschreibt er das Bild, das sich ihm dort bot. Mit den Wagen hatten die Täter offenbar die halbfertigen Werkzeuge, die für das Herstellen von Bohrern und Fräsern benötigt werden, ins Freie gekarrt und dort vermutlich in ein bereitstehendes Fahrzeug geladen. "Eine Tonne Material dürfte das gewesen sein", schätzt Eberle. Für fertige Werkzeuge aus dem benachbarten Lager interessierten sich die Täter nicht. Wohl in dem Wissen, dass jene anhand von Herstellungsnummer und HAM-Logo zugeordnet und identifiziert werden können.

Nach dem ersten Schock machte sich Betriebsleiter Eberle zusammen mit weiteren Betriebsangehörigen noch am Sonntag an eine außerplanmäßige Inventur, die bis gestern andauerte. "Es geht uns darum, so schnell wie möglich herauszufinden, was fehlt und welche Kunden betroffen sind." Das fünfköpfige Team notierte bis zum Abend rund 200 Aufträge, die in Mitleidenschaft gezogen wurden. Den Schaden beziffert die Geschäftsleitung auf mehrere Hunderttausend Euro.

Unverzüglich wolle man jetzt die betroffenen Kunden informieren, teilte Eberle weiter mit. Ziel sei es, bis in ein paar Wochen den Zeitverlust aufgeholt zu haben. Sonderschichten schloss der Betriebsleiter aus diesem Grund nicht aus. "Wir stehen bei unseren Kunden in der Verpflichtung", begründete er einen solchen Schritt.

Der Wert von Hartmetall ist seit 2010 um rund 50 Prozent gestiegen. "Für ein Kilo Schrott bekommen Sie heute bereits 25 Euro", macht Eberle den Wertzuwachs deutlich. Im Bundesgebiet kam es in jüngster Vergangenheit offenbar vermehrt zu Einbrüchen in Fabriken, die Hartmetall verarbeiten. In die Ermittlungen im Fall Hörenhausen hat sich mittlerweile auch die Kriminalpolizei eingeschaltet.

Sie hofft auf Zeugen, die im Tatzeitraum ungewöhnliche Beobachtungen am Firmengelände oder in der näheren Umgebung gemacht haben. Wichtig sind auch Hinweise zu verdächtigen Fahrzeugen, die in Firmennähe beobachtet worden sind. "Parkte in letzter Zeit in der weiteren Umgebung von Hörenhausen ein Kleintransporter, Anhänger oder ein anderes Fahrzeuge mit auswärtigem oder ausländischem Kennzeichen? Gibt es Hinweise auf Verkauf, Verwertung oder Weiterverarbeitung des Hartmetalls?" fragt die Polizei.

Info Hinweise nimmt die Polizei in Laupheim unter der Telefonnummer (07392)9630-0 entgegen.

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