Nicole Frank: So war das Wochenende in Ulm

Ulm.  Deutschunterricht in der Disco? Dresscode ja, oder nein? Was unsere Party-Reporterin Nicole Frank am Wochenende in Ulms Partyzone erlebt hat, gibt es hier zu lesen.

Deutschunterricht? Gedichtinterpretationen und sterbenslangweilige Bücher? Nein danke! Nach dem Abi war ich so froh nie wieder die Schulbank drücken zu müssen. Einige meiner alten Lehrer haben sich über meinen Abschluss wohl auch zum eigenen Wohl gefreut… Was verschlägt einen dann freiwillig auf eine Party, die sich „Deutschunterricht“ nennt? Ganz klar: Reggae und Dancehall made in good old Germany! Im Hemperium hatten letzten Samstag schon zum 5. Mal jede Menge Reggae- und Dancehall-Fans richtig Lust was zu lernen. Schon am Eingang zum Deutschunterricht im Hemperium war eines klar: Hier gibt’s weder Schuh noch Gesichtskontrolle! Einlass für jeden der so richtig feiern will! Dementsprechend ausgelassen war auch die Stimmung!

Zu den schicki-micki Dissen wie Theatro, Myers und Citrus ist das Hemperium ein Unterschied wie Tag und Nacht oder wie GZSZ zu Verbotene Liebe. Im Hemperium legen alle ihre Jacken, Taschen und Geldbörsen an den Rand, um unbeschwert die Hüften zu schwingen. Für was braucht man schon Garderoben? Vollkommen unnötig! Unnötig auch die Angst, dass etwas verschwinden könnte! In den edleren Clubs dagegen sollte man sogar aufpassen sein Handy nicht in seiner Jacke zu lassen, die natürlich an der schnieken Garderobe abgegeben wird.

Den Türstehern im Hemperium ist es vollkommen egal wie die Leute ausschauen oder was sie anhaben oder wann sie zuletzt ihre Dreads gewaschen haben. In die chici mici Schuppen dagegen kommt bestimmt kein Rastafari, außer er heißt Bob Marley und trägt Dolce & Gabbana Schuhe. Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den Läden natürlich auch! Angefangen mit modischen Faux-Pas, die es wohl überall gibt.

In den stilo-milo Dissen passiert es oft, dass sich die Männer viel zu viel auftakeln. (Das ist übrigens der Grund, warum die Meisten von denen noch Singles sind. Die Ladys halten die nämlich für schwul.) Im Hemperium kann es höchstens passieren, dass ein Mädel ein furchtbar hässliches grünes Kleid mit Rückenschlitz bis zum Arsch anhat und der wohl nur vorhandene Speck um den Bauch an den Seiten hervorquillt. Die letzte Gemeinsamkeit, die mir aufgefallen ist, waren die toupierten Haare.

Theatro und Co. setzen auf Mädels mit toupierten Riesentollen. Rastafaris und solche die es gerne wären, glauben an die toupierten Dreadlocks, die wie ich herausgefunden habe mit Wasser und Aloe Vera Blättern gewaschen werden.

Fazit: Im Hemperium kann absolut jeder seinen Spaß haben! Richtig klasse war es die spanischen alten Lieder von Culcha Candela zu hören, als die noch nicht zum Mainstream verkommen sind. Hier tanzt jeder wie er will und wird nicht schief angeschaut. Ob mit Po voraus oder einfach nur gehüpft – Hauptsache es macht Spaß! Für die gute Stimmung sorgen die Partypeople, die gerne und ohne Angst kommen nicht reingelassen zu werden!


Kommentare (1)

01.02.2010 18:11 Uhr |   unbekannt

Dickes Lob!

Die SWP wird jugendlich! Sehr schöner Artikel. Unterhaltsam zu lesen, macht Lust auf Deutschunterricht!

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Autor: Nicole Frank | 01.02.2010

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