Zwei neue Supermärkte in Elchingen?

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Die erste Reihe war, bis auf drei Vertreter der Verwaltung, verwaist. Dahinter saßen 30 Bürger und fast ein Dutzend Gemeinderäte. Für Elchinger Verhältnisse war die Bürgerversammlung, die dieses Jahr im Thalfinger Feuerwehrgerätehaus stattfand, spärlich besucht. Was der Diskussionsfreudigkeit aber keinen Abbruch tat. Je 75 Minuten dauerten der Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Joachim Eisenkolb („wir können den Standard in der Gemeinde nicht mehr oder nur schwer halten“) und die Aussprache mit zehn Wortmeldungen.


Flüchtlingsheime Ende November 2013 waren die ersten Asylbewerber in die frühere Pension Adler in Unterelchingen eingezogen – was für Unmut und Verunsicherung sorgte. Drei Jahre später ist das Kapitel abgeschlossen. Laut Eisenkolb hat das Landratsamt den Mietvertrag nicht verlängert. „Alle Bewohner sind nach Weißenhorn oder in den Dammweg verlegt worden.“ In letzteres Gebäude in Unterelchingen kamen jene, die sich integriert hatten. Inzwischen verlaufe der Alltag dort „ohne Störungen“. Weder Polizei noch Anwohner beschwerten sich, sagte Eisenkolb, der dem örtlichen Helferkreis für seine erfolgreiche Arbeit dankte.
Supermärkte Ein Dauerbrenner ist auch die Zukunft des früheren Real-Marktes. Im Frühjahr wechselte das Gebäude samt Parkflächen den Eigentümer. Dieser wolle das Areal wiederbeleben, so Eisenkolb. Geplant sei wieder ein großer Supermarkt. Einzig: „Die Marktbetreiber lassen sich nicht in die Karten schauen.“ Konkrete Auskunft bekomme man jedenfalls nicht. Und auch in der Oberelchinger Ortsmitte könnte sich künftig etwas tun. Eisenkolb bestätigte ein Gerücht, dass es Pläne für einen weiteren Lebensmittelmarkt gibt. „Aber Unterlagen habe ich noch keine da.“


Gewerbegebiet Positives hatte Eisenkolb in Bezug auf das Unterelchinger Gewerbegebiet zu berichten. Die Flächen seien „ausverkauft“. Es haben sich auch Produktionsbetriebe angesiedelt, wodurch mehr Gewerbesteuer zu erwarten sei. Ein neues Gebiet ist laut Eisenkolb für den „südlichen Bereich Richtung Donau-Auwald“ projektiert. Die Gespräche mit den Eigentümern laufen.


Verkehr „Auf der Klostersteige nimmt der Verkehr stetig zu.“ Das sagte Karl Hucker, der sich als Anwohner erheblich belastet sieht. Bergauf seien Raser etwas durch eine Messtafel gebremst worden. Unbelehrbare gefährdeten aber weiterhin Fußgänger und Radfahrer. Hucker plädiert dafür, häufiger zu kontrollieren, am Martinstor und in der Dorfmitte Tempo 15 einzuführen, mehr Schilder aufzustellen. In Thalfingen ärgern sich Bürger über nächtliche Lkw-Fahrten am Badberg. Das Problem sei bekannt, sagte Eisenkolb. Die Straße sei für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt. Die Polizei müsse öfter kontrollieren. Johann Wuchenauer aus Unterelchingen beklagte den „schlechten Zustand“ des Autobahnzubringers infolge des starken Schwerlastverkehrs. Er schlug ein Verbot für Lkw mit mehr als zwölf Tonnen Gewicht vor – oder eine Übernahme der Straße durch den Landkreis. Beides sei nicht möglich, beschied Eisenkolb. Zum einen handele es sich um eine Umleitungsstrecke der A 7. Zum anderen verhindere vor allem der Zustand der Brücke über den Göttinger Weg ein Abtreten.
Naturkatastrophen Wuchenauer stellte zudem die Frage, ob die drei Ortsteile angesichts ihrer Hanglage für einen „Starkregen mit 100 Liter in der Stunde auf den Quadratmeter“ gewappnet seien. Manche Kanäle seien zu klein. „Wir werden hausintern prüfen, wo das Wasser runterschießt“, versprach Eisenkolb. Das örtliche Kanalsystem werde „überrechnet“. Aber: „Ein Stück weit ist jeder Hausbesitzer selbst für Hab und Gut verantwortlich.“


Ortskernsanierung In Sachen Oberelchinger Ortskernsanierung gehe nichts voran, kritisierte Wuchenauer überdies. Laut Peter Botzenhard, geschäftsleitender Beamter der Gemeinde, erarbeitet ein Büro einen Rahmenplan, der nächstes Jahr vorliegen soll. Erste Maßnahme werde dann die Sanierung des Klosterhofes sein.


Barrierefreiheit Christian Schurr brach eine Lanze für alle Gehbehinderten, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwägen. In der Eichen-, Ulmer- und Badbergstraße sah er Handlungsbedarf. Die Protokolle einer Begehung seien noch nicht da, erklärte Daniela Kirschmer vom Fachbereich Bautechnik. Das eine oder andere sei umgesetzt worden. Größere Projekte hingegen übernehme eine Unterhalt-Firma.

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