Zwei Jahrzehnte „Miteinander unterwegs“

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„Miteinander unterwegs“ heißt die Ambulante Hospizgruppe Illertissen, die ihr 20-jähriges Bestehen feierte.  Foto: 

Zum Jubiläum hat Johanna Nientiedt, Koordinatorin der Illertisser Ambulanten Hospizgruppe „Miteinander unterwegs“, einen Wunsch: „Dass die Menschen viel früher den Mut haben, uns um Unterstützung zu bitten.“ Zwei Jahrzehnte alt ist der insgesamt 110 Mitglieder starke Verein – davon sind 36 aktiv – geworden und hat diesen runden Geburtstag mit einem Konzert des „Jungen Kammerorchesters Stuttgart“, mit Gottesdienst, Ausstellung, Mittagessen und dem Auftritt einer Clownin gebührend gefeiert.

„20 Jahre – darauf können wir wahrlich stolz sein“, brachte es Vorsitzende Evelin Klein in der Schranne auf den Punkt. Hauptsächlich die Ehrenamtlichen würden die Hospizarbeit tragen. Deren Grundtugenden: Liebe, Einfühlungsvermögen, Zeit. „Sie sind das Herz unserer Gruppe“, lobte Klein. „Ohne sie geht nichts.“

Doch die Hospizgruppe, 1997 von Gerti Keßlinger gegründet, feierte sich nicht nur selber, sondern ließ sich auch feiern. Dazu waren einige Redner gekommen. „Solange man gesund ist und vital, meint man, sich nicht mit dem Thema Endlichkeit und Tod auseinandersetzen zu müssen“, sagte der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger. Der Verein, der sich mit dem stationären Benild-Hospiz 2015 einen Traum erfüllte, leiste Großartiges: „Das ist praktizierte Nächstenliebe in hervorragender  Ausführung“, lobte er. Und noch einen anderen Aspekt hob er hervor: „Man bekommt durch diese Arbeit auch etwas zurück.“

Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen sprach von einem „Ehrenamt, das im Verborgenen geschieht.“ Dieses Wirken verlange von den Mitgliedern der Hospizgruppe viel ab – auch Seelenstärke. „Mitmenschlichkeit und Gemeinsinn haben hier großen Stellenwert.“ Es sei nicht immer leicht, auf die sterbenskranken Menschen einzugehen. Eisen äußerte große Dankbarkeit und Bewunderung für die Arbeit des Vereins: „Es ist großartig, was sie geleistet haben.“

Monika Wehrstein, Vorsitzende der IGSL-Hospiz, sagte: „Zeit ist das höchste Gut heutzutage.“ Auf die Patienten einzugehen, aber auch auf deren Angehörige, diesen auch mal eine ruhige Nacht zu ermöglichen, gehöre zur Tätigkeit der Hospizgruppen. Ein großes Herz, Wärme, Inspiration, Kraft bescheinigte sie den Helfern, erklärte aber auch: „Denken Sie auch an sich selber, das ist ganz wichtig.“ Für Evelin Klein und Johanna Nientiedt ist angesichts der großen Resonanz der Festlichkeiten eines klar: „Wir sind in der Öffentlichkeit angekommen.“

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