Zoff bei Grünen im Kreis Neu-Ulm

Er habe weder Erfahrung noch die Unterstützung der Kreisräte. Diese anonym geäußerte Kritik aus dem Neu-Ulmer Kreisverband der Grünen hat Walter Zerb verärgert. Er will nicht mehr als Landrat kandidieren.

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"Oh. Das hat er uns so nicht gesagt." Holger Greif, Vorsitzender der Grünen im Kreis Neu-Ulm, reagierte gestern überrascht auf den Rückzug von Walter Zerb. Der in Burlafingen wohnende Rechtsanwalt hatte sich, wie berichtet, bei den Grünen als Kandidat für die Landratswahl am 16. März 2014 ins Spiel gebracht - und einstweilen um Diskretion gebeten. Doch vor der Sitzung des Kreisvorstands am Donnerstagabend war sein Name öffentlich geworden. Das und die Bewertung eines ungenannten Informanten, Zerb mangele es an Erfahrung und Insiderwissen, verärgerten den Juristen nachhaltig.

"Von einem ergebnisoffenen Gespräch kann leider nicht mehr die Rede sein", teilte er am Donnerstagabend per E-Mail mit - noch vor Beginn der Kreisvorstandssitzung, in der sich Zerb vorstellen wollte und sollte. Ebenso wie der aus Senden stammende Stadt- und Kreisrat Peter Ehrenberg, der auch seinen Hut in den Ring geworfen hatte. Davon habe er ebenfalls erst aus der Presse erfahren, hadert Zerb in seiner Erklärung und betont in Richtung des Kollegen: "Meine Verärgerung richtet sich keineswegs gegen ihn, vielmehr gegen das eine oder andere wahllos drauflos plappernde Mitglied des Kreisvorstandes."

Kreisvorsitzender Greif sagte gestern, er bedauere Zerbs Rückzug. Er dementierte aber, dass ein Mitglied des Kreisvorstands den Namen an die Medien lanciert habe - und schließt sich explizit mit ein. "Von uns war es keiner! Diese Personalie ist über einen großen Verteiler gelaufen." Und es sei auch nicht richtig, dass die Kreisräte ausschließlich hinter Ehrenberg stünden. Der Sendener habe doch erst vor kurzem seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt. "Das kam kurzfristig. Und die Fraktion war noch gar nicht informiert. Anders als bei Zerb war nur ein ganz kleiner Kreis eingeweiht." Greif räumt ein, dass die als Vorstellungsrunde geplante Zusammenkunft am Donnerstag in Senden in mieser Stimmung abgelaufen sei. "Wir haben die ganze Zeit überlegt, wer unsere Kandidaten an die Presse gegeben haben könnte. Es lässt sich nicht nachvollziehen." Wie zu hören ist, war Zerb in Senden gar nicht dabei. Er habe das Verhalten seiner "Parteifreunde" als "intrigant" empfunden, sagt Zerb.

Der Grüne schreibt über Peter Ehrenberg, er halte ihn "für einen sehr guten, sehr kompetenten und damit sehr geeigneten Kandidaten, dem ich so oder so gerne und ohne dass es mir nennenswerte Probleme bereitet, den Vortritt lasse".

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