Zehn Tage Wärme und Strom produziert

Große Fortschritte im Sendener Holzgas-Heizkraftwerk: Zehn Tage am Stück ist die Anlage nun bereits gelaufen. Die Verschwelung klappt, doch die Reinigung des Gaskühlers funktioniert noch nicht so ganz.

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Das SWU-Kraftwerk in Senden läuft - zumindest immer wieder - und braucht deshalb natürlich auch Brennstoff. Anfang des kommenden Jahres findet bereits die erste Revision statt, um die Leistung zu verbessern.  Foto: 

Wenn Techniker von der "Reisezeit" sprechen, dann meinen sie nicht die Dauer etwa einer Zugfahrt. Vielmehr wird der Fachbegriff benutzt, wenn ein Kraftwerk unterbrechungsfrei am Stück läuft. Genau das ist den Ingenieuren der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) in den vergangenen Wochen im Sendener Holzgas-Heizkraft geglückt. Wie SWU-Sprecher Bernd Jünke auf Anfrage mitteilt, ist die Gesamtanlage mit allen ihren Komponenten mehrmals längere Zeit am Stück gelaufen, etwa zehn Tage lang.

Insgesamt wurden große Fortschritte erzielt, sagte Jünke. Während der Betriebsphasen konnte die erzeugte Wärme in das Neu-Ulmer Fernwärmenetz eingespeist werden und dieses teilweise komplett versorgt werden. Auch die Stromerzeugung mit den drei Generatoren sei zufriedenstellend gelaufen, wenn auch noch nicht am Optimum. Einer der beiden Gasmotoren laufe inzwischen mit voller Leistung; der zweite, baugleiche Motor solle bald so weit sein. Die Gesamtanlage sei bereits mit 80 Prozent der Stromleistung über längere Zeiträume betrieben worden, während die Erzeugung des Holzgases aus der Verschwelung der Hackschnitzel schon die volle Leistung erreicht habe.

Ziel sei es nun, die "Reisezeit" des Kraftwerks kontinuierlich zu verlängern und dabei die elektrische Leistung vollständig auszuschöpfen. "Wir sind auf einem guten Weg", ergänzt Betriebsleiter Frank Maierhans. Zufrieden zeigt er sich auch mit der Qualität des erzeugten Holzgases. Noch nicht zufrieden sind die Techniker mit dem Gaskühler. Das gaserzeugende System soll so eingestellt werden, dass sich der Gaskühler selbst reinigt. Von der Lösung dieses Problems wird es unter anderem abhängen, ob die Probeläufe auf einen immer längeren Zeitraum ausgedehnt werden können. Nach einigen Tests des Gaskühlers habe der Betrieb des Systems bereits wesentlich verbessert werden können.

Nach den Weihnachtsfeiertagen stehe nun die erste große Revision an. Dazu wird das Heizkraftwerk für mehrere Wochen heruntergefahren. Sämtliche Teile werden inspiziert und gewartet. Die Revision dient den Technikern dazu, den Anlagenzustand detailliert zu überprüfen und so zu ändern, dass das Holzgas-Heizkraftwerk besser läuft.

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