Zehn Mal mehr Kultur

Gibt es im Sendener Stadtpark bald mehr Kultur? Die Stadtverwaltung will den Bebauungsplan rund um die Parkbühne ändern. 15 bis 20 Abendveranstaltung hält Bürgermeister Raphael Bögge für realistisch.

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Die Bühne im Sendener Stadtpark kann bisher nur an zwei Abenden im Jahr bespielt werden. Das soll sich bald ändern.  Foto: 

"Da muss ein bisschen mehr Leben hin" - Sendens Bürgermeister Raphael Bögge ist überzeugt davon, dass im Stadtpark mehr laufen muss. Und damit steht er nicht alleine. Auch die Mehrheit des Stadtrats sprach sich bei ihrer Klausurtagung dafür aus, die Parkbühne besser zu nutzen.

Derzeit kann der grüne Kubus im Stadtpark nur bedingt genutzt werden. Grund ist ein unter Bögges Vorgänger erarbeiteter Bebauungsplan, der pro Jahr nur zwei Veranstaltungen an der Bühne zulässt, die über 20 Uhr hinaus dauern. Der Grund: Lärmschutz. Weshalb Bögge präzisiert: "Pantomime dürften wir auch nach 20 Uhr machen, könnten dann aber den Beifall des Publikums nicht zulassen."

Für eine Freilichtbühne, die auf 300 Zuschauer ausgelegt ist und deren Bau knapp zwei Millionen Euro gekostet hat, wie nicht nur der Bürgermeister meint, schlechte Voraussetzungen. Deshalb wird die Verwaltung dem Bauausschuss des Sendener Stadtrats bei der kommenden Sitzung am 19. Januar den Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan vorlegen. Ziel des neuen Plans soll es sein, mehr Abendveranstaltungen an der Parkbühne zu ermöglichen. Dazu muss die Stadt ein Lärmschutzgutachten in Auftrag geben, das erneut auslotet, was nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz in Frage kommt.

"Natürlich haben auch die Anwohner ihre Rechte. Wir sind aber sehr weit weg von der Wohnbebauung", sagt Bögge. Und: "Mehr Kultur darf sein." Vorgespräche der Stadtverwaltung hätten jedenfalls gezeigt, dass es noch Spielraum für Abendtermine gebe. "15 bis 20 Veranstaltungen pro Jahr - das ist realistisch", fasst der Sendener Bürgermeister seinen aktuellen Erkenntnisstand zusammen. Und tritt dann etwas auf die Bremse: "Und wenn wir dann bei zehn Veranstaltungen im Jahr landen, ist das auch okay."

Ideen für mehr Kultur im Stadtpark haben Verwaltung und Stadtrat schon gesammelt. "Rock und Pop für Jugendliche als Nachwuchswettbewerb", nennt Bögge und ergänzt, dass sich der Stadtrat auch ein Freiluftkino oder Theatervorstellungen auf der Freilichtbühne wünscht. Neben klassischen Konzerten und Liederabenden sei es dann auch möglich, den Skatecontest bei einer Wiederholung etwas auszubauen. Bögge: "Und die Bevölkerung hat ja im Laufe des Prozesses noch die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern."

Der Sendener Stadtpark und seine Bühne

Stadtpark Die Sanierung des Sendener Stadtparks wurde im Mai 2010 in Angriff genommen. Das Gelände, auf dem einst ein Imprägnierwerk für Holzmasten stand, musste aufwendig von Altlasten befreit werden. Auf einer Fläche von 160 Meter Länge, 40 Meter Breite und sieben Meter Tiefe wurden mehr als 66.000 Tonnen Erde und Kies ausgebaggert - und damit 4750 Tonnen Arsen und 9500 Tonnen Quecksilber entfernt.

Parkbühne Auf der wieder aufgefüllten Baugrube errichtete die Stadt die Parkbühne. Der 10 Meter breite, 15 Meter lange und 5,50 Meter hohe, grüne Beton-Kubus soll eine Plattform für Kulturveranstaltungen sein. Die Anlage, die der Architekt Marcus Wötz auch schon mal als "Mini-Bregenz" bezeichnete, bietet Platz für 300 Zuschauer. Ergänzend zur Bühne wurden im Stadtpark auch eine neue - umstrittene - Toilettenanlage und eine Skateranlage gebaut.

 

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Kommentare

10.01.2016 22:24 Uhr

Antwort auf „4750 Tonnen Arsen und 9500 Tonnen Quecksilber entfernt.”

Genau - siehe http://www.swp.de/ulm/lokales/kreis_neu_ulm/Tonnenweise-Gift-aus-dem-Boden-geholt;art1158550,1841705

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10.01.2016 20:49 Uhr

4750 Tonnen Arsen und 9500 Tonnen Quecksilber entfernt.

4750 Tonnen Arsen und 9500 Tonnen Quecksilber entfernt

Ui, eine ganz schön heftige Menge. Da scheint wohl Kilogramm mit Tonnen verwechselt worden zu sein. Reicht auch so schon!

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