Wullenstetter machen gegen Bahn mobil

Der Protest gegen die Reaktivierung der Bahnlinie Senden-Weißenhorn formiert sich in Wullenstetten und Witzighausen. Unterschriftenlisten liegen aus.

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Sie sind zwar erst zu fünft, aber Gisela Ruf ist sich sicher, dass viele Wullenstetter und Witzighauser wie sie denken: Ruf ist eine Sprecherin einer sich formierenden Bürgerinitiative gegen Personenzüge auf der Strecke Senden-Weißenhorn. "Das geplante Nahverkehrskonzept bringt den Bürgern von Wullenstetten und Witzighausen in erster Linie gravierende Nachteile", sagt sie. Die Gruppe hat ein Schreiben aufgesetzt und Unterschriftenlisten ausgelegt. Die Gegner stören sich zum einen am zusätzlichen Lärm - die täglich 32 Fahrten, wovon 6 Fahrten im Nachtzeitraum stattfinden sollen, stellten eine "nicht zumutbare Lärmbelästigung" dar, heißt es. Dazu komme "eine erhöhte Luftverschmutzung", da der Zug mit Diesel betrieben wird und die heute zwischen den beiden Städten verkehrenden ebenfalls mit Diesel betriebenen Busse ja auch künftig fahren werden. Allerdings anders als heute, nicht parallel zum Zug sondern als Zubringer zu eben diesem. Was zu weiterem Protest führt: Drei gut erreichbare Bushaltestellen werden eingestellt, meint Ruf - eine davon beim Sportverein RSV. Der künftige Bahnhalt "Unter der Halde" in Wullenstetten sei zu weit entfernt vom Ort und für viele ältere Menschen schwer erreichbar. Den Einwand, der künftige Busverkehr sei noch nicht fertig geplant, lässt Ruf nicht gelten. Wer mit der Bahn zum Arbeiten nach Ulm wolle, müsse so oder so künftig "mindestens zwei Mal umsteigen". Also sehen die Gegner nicht ein, dass das Vorhaben vom Land und der Stadt bezuschusst werden soll. Zudem: Der Bahnübergang "Im Gerinne" werde gebraucht, dürfe nicht geschlossen werden. Die Unterschriftenlisten liegen aus in Wullenstetten bei Bäcker Brenner, bei Lebensmittel Karsoy und ab Freitag beim RSV Wullenstetten sowie in Senden in der Goldschmiede Pichl, Hauptstraße, und in Witzighausen im Gasthaus Traube. Ansprechpartner sind: Gisela Ruf (07307) 221 98, Gabi Wölfli-Rebbe (07307) 256 39, Rosi Görthofer (07307) 241 62 und Barbara Nordt (07307) 211 85.

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Kommentare

17.03.2012 10:18 Uhr

Haltepunkt "Halde" Wullenstetten im Abseits

der von der Stadt ins Auge gefasste Haltepunkt "Halde" ist für die meisten Bahnkunden viel zu weit entfernt und zudem auch ungünstig zu erreichen. Fragt doch die betroffenen Bahnkunden und nicht irgendwelche "Supergescheite". Der Planer sieht aufgrund sachlicher Erhebungen einen zentraleren Haltepunkt vor, der auch gut erreichbar ist. Also Bürger: wehrt euch!

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16.03.2012 20:25 Uhr

Unfassbar!

Ein guter Bahnanschluss ist die einige wirklich effektive und nachhaltige Verkehrsberuhigungsmaßnahme!
Bezüglich der Haltestellen sollte man natürlich am Ball bleiben - nur damit macht eine Regionalbahn Sinn - darum solltet ihr euch kümmern!

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16.03.2012 09:39 Uhr

Nicht glaubhaft

Die Argumente der Damen sind teilweise an den Haaren herbeigezogen und insgesamt nicht glaubhaft. Über den Lärm und die Luftverschmutzung, die sie selbst mit ihren Autos machen, reden sie natürlich nicht.

Pro Fahrgast ist die Luftverschmutzung der Bahn deutlich geringer.

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16.03.2012 09:12 Uhr

sehen nicht ein, dass das Vorhaben bezuschusst werden soll

Ich fass es nicht:
Die größere Steuerverschwendung wäre, die vorhandene Ressource, also die bereits von Steuergeldern bezahlte Bahntrasse weiterhin den Steuerzahlern vorzuenthalten und nicht dem SPNV zur Verfügung zu stellen.

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15.03.2012 11:29 Uhr

Ups, Doppelpost, hier Teil 2

"Der künftige Bahnhalt "Unter der Halde" in Wullenstetten sei zu weit entfernt vom Ort "
Das ist auch mein Hauptargument, Unter der Halde ist für viele Wullenstetter weiter weg als Witzighausen, deshalb Heerstraße.
"Wer mit der Bahn zum Arbeiten nach Ulm wolle, müsse so oder so künftig "mindestens zwei Mal umsteigen".
Wenn die Anschlüsse garantiert sind. Wo liegt das Problem? Derzeit lohnt sich, wegen der letzten Fahrplanumstellung, das Umsteigen in Senden auf die RB nicht und man ist als Pendler täglich in jede Richtung 20 Min länger unterwegs als nötig. Macht pro Tag 40 min, je Woche über drei Stunden sinnlos verplemperte Zeit, die man im Bus im gleichen Stau wie die Autofahrer verbringt.
"Der Bahnübergang "Im Gerinne" werde gebraucht...."
Wieso wird der gebraucht? Für den Verkehr, den die Anwohner doch gar nicht wollen? Traktoren fahren doch auch mit Diesel. Man kann dort eine durchgehende Lärmschutzwand montieren und der Zug müsste dort nicht mehr in jede Richtung zweimal pfeifen

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15.03.2012 11:22 Uhr

Vorgeschobene Behauptungen

Die Ansprechpartner sind alles Anwohner der Heerstraße und "im Gerinne"
"Die Gegner stören sich zum einen am zusätzlichen Lärm " Mag ja sein. Um nichts anderes gehts. Punkt.
Die haben alle ihre Häusle auf die Bauplätzle abseits der Hauptstraße, wo der Bus fährt, aber nahe der Bahntrasse erst Jahrzehnte nach dem Bahnbau gestellt.
"Drei gut erreichbare Bushaltestellen werden eingestellt, meint Ruf - eine davon beim Sportverein RSV. "
Diese Behauptung ist schlichtweg gelogen. Die Linen werden umgestellt. So wie ich die Verkehrsplaner verstanden habe von einem Einstundentakt auf einen Takt, der die Anbindung an den Zug in beide Richtungen ermöglicht, also jede halbe Stunde. Wenn das keine Verbesserung sein soll, dann weiß ich auch nicht weiter. Allerdings müsste hier wohl die Stadt Senden, namentlich der Erste Bürgermeister, endlich mal zeigen was sie/er wirklich will und bereit ist zu setzen.

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