Windkraft auch im Rothtal möglich

Windanlagen können im Rothtal rentabel betrieben werden. Das ist bei einer Diskussion zwischen Bürgermeistern der Verwaltungsgemeinschaft Buch und einem Energieexperten deutlich geworden.

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Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft und ein Energieexperte diskutierten in Buch mit den Besuchern über das Thema Windenergie. Foto: Patrick Fauß

Der Saal war voll, 120 Besucher waren ins Bucher Dorfzentrum gekommen. Ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima hatte die Volkshochschule Neu-Ulm zur Podiumsdiskussion mit dem Thema "Energiewende - quo vadis: Windräder im Rothtal" eingeladen. Die Bürgermeister Gerhard Struve (Unterroth), Roland Biesenberger (Buch), Erwin Reiter (Oberroth) und Energieberater Klaus Röthele stellten sich der Diskussion.

"Windkraft wird die wichtigste Säule der Stromerzeugung im Jahr 2050 sein", prophezeite Röthele. Er war kurzfristig für den erkrankten Hans-Jörg Barth, Diplomgeograf vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (EZA), eingesprungen. Im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Buch gebe es lohnende Standorte. Voraussetzung seien Anlagen mit insgesamt 200 Meter Höhe. Es werde jedoch noch 10 bis 20 Jahre dauern, bis Windenergie billiger sei als Strom aus fossilen Brennstoffen. Windkraft müsse daher als Investition in die Zukunft gesehen werden.

Die Fragen der Besucher betrafen vor allem die technische Umsetzung: wo es Einspeisepunkte ins Stromnetz gebe und ob diese überhaupt genügend Windenergie aufnehmen könnten. Dies sei noch alles im Aufbau, betonte VHS-Geschäftsführer Dieter Rösch. Immerhin sei der Startschuss zur Energiewende erst vor einem Jahr gefallen. Alle Bürgermeister wiesen darauf hin, dass auch die vorgeschlagenen Flächen eingehender auf ihre Eignung untersucht werden müssten.

Ob es denn Investoren für Windanlagen gebe, lautete eine Frage. "Mehr als genug", antwortete Bürgermeister Struve. Er warnte jedoch vor überzogenen Hoffnungen. Nicht zuletzt, weil Windgeschwindigkeiten und -häufigkeit durch Messungen bestätigt werden müssen. Laut Berechnungen des TÜV Süd liegen sie im unteren Bereich der Rentabilität. Eine Anlage koste zwischen 3,5 und 5 Millionen Euro.

Mögliche Flächen biete das Gebiet in "Hinterfeld", östlich von Oberroth. Es gebe dort Platz für bis zu sechs Anlagen. Laut dem Oberrother Bürgermeister Reiter müssten jedoch mögliche negative Folgen für die Bevölkerung noch genauer untersucht werden. Struve meinte, die Arbeitsgeräusche der Anlagen seien gering und störten nicht. Die vom Regionalverband für Unterroth vorgeschlagenen Flächen halte er aber für kaum erschließbar. Auch Bürgermeister Biesenberger monierte, nicht alle ausgewiesenen Standorte im Bereich des Markts Buch könnten mit Wegen und Stromleitungen erreicht werden. Wo, ob und wie viele Anlagen aufgestellt werden, hänge davon ab, ob sich Konflikte etwa mit Naturschutz, Militär, Wetterradar oder Wohnbebauung ergeben.

Biesenberger kündigte weitere Veranstaltungen an, wenn hierüber mehr Klarheit bestehe.

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Kommentare

14.03.2012 11:42 Uhr

BM Reiter ist ein Gescheiter

Laut dem Oberrother Bürgermeister Reiter müssten jedoch mögliche negative Folgen für die Bevölkerung noch genauer untersucht werden. Struve meinte, die Arbeitsgeräusche der Anlagen seien gering und störten nicht. Bei dieser Aussage widerspechen sich die Bürgermeister doch selbst. Wozu noch die möglichen negativen Folgen für die Bevölkerung untersuchen, wenn man eh schon alles vorher besser weiß. Es ist einfach nicht zu fassen, was diese Typen al la Reiter und Struve immer von sich geben. Konnten sie wahrscheinlich noch vor kurzem eine Büroklammer nicht von einem Windrad unterscheiden, mutieren sie nun in kürzester Zeit zu Windkraftexperten.

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