Wetterstatistik für den Oktober: Wenig Sonne, viel Regen

Zwar wollte sich dieses Jahr partout kein goldenes Oktoberhoch einstellen, doch Föhn sorgte für einige schöne Herbsttage. Grimmige Nachtfröste und Schneeverwehungen wie im Vorjahr waren kein Thema.

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Golden war der vergangene Oktober nur an einzelnen Tagen. Foto: Johannes Braun

Zum Oktober-Beginn machte ein kräftiges Hoch über der Ostsee Hoffnung auf beständiges und goldenes Oktoberwetter. Atlantische Tiefdruckgebiete leiteten dann aber bald einen ausgesprochen wechselhaften Witterungsabschnitt ein. Zwischen dem 10. und 13. gelangte vorübergehend ein Schwall polarer Kaltluft bis zu den Alpen, wobei auf der Schwäbischen Alb und im Allgäu der erste Schnee fiel.

Davon abgesehen bestimmte überwiegend milde, in der zweiten Monatshälfte zeitweise richtig warme Luft das Wettergeschehen. Am 22. (Dienstag) verzeichnete man in Isny und Wangen sowie auf der 930 Meter hoch gelegenen Steinbergalm in der Adelegg mit 25 Grad sogar nochmals einen Sommertag. In der darauf folgenden Nacht lagen die Temperaturen bei einem heftigen Föhnsturm um zwei Uhr südlich der Donau vielerorts bei 20 Grad Celsius. In Lindau wurden 23 Grad, in Tettnang 24 Grad und im Rheintal bis zu 27 Grad gemessen. Für die fortgeschrittene Jahreszeit und mitten in der Nacht schier unglaubliche Werte.

Die vermehrt auftretenden Föhnlagen spiegeln sich auch in der Temperaturbilanz wider, denn der Oktober war an allen Mess-Stationen eineinhalb bis zwei Grad zu warm, wobei nur vereinzelt Frosttage registriert wurden.

Da es nur selten windschwache Hochdruckwetterlagen gab, blieben selbst die Niederungen von zähem Dauernebel verschont. Stattdessen verdeckten häufig Wolken den Blick zum Himmel, so dass das Sonnenscheinsoll meist nicht erreicht wurde. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried schien die Sonne 98,4 Stunden lang und damit 16 Stunden weniger als in einem durchschnittlichen Oktober.

Durch die rege Tiefdrucktätigkeit fiel zudem immer wieder Regen, auf 18 Tage (Mittelwert: 13,2 Tage) verteilt insgesamt 84,3 Liter je Quadratmeter und damit gut 20 Liter mehr als im Mittel der letzten dreißig Jahre.

In den ansonsten so niederschlagsreichen Staulagen des Allgäus hielten sich die Regenmengen föhnbedingt in Grenzen und im nördlichen Oberschwaben, an der Donau sowie an der Iller war es mancherorts sogar etwas zu trocken. So verbuchte Harald Hack in Griesingen lediglich 66,6 Liter/m² und Josef Brugger in Krauchenwies-Hausen gerade einmal 55 Liter/m². An den meisten Wetter- und Niederschlagsstationen im Messnetz der Wetterwarte Süd war dieser Oktober allerdings zu nass.

Über Nordeuropa sammelt sich bereits die Winterkälte. Bei uns ist ein Kaltlufteinbruch vorerst zwar noch nicht zu erwarten, doch es mehren sich die Anzeichen dafür, dass spätestens in der zweiten Monatshälfte bis in die Niederungen herab mit Schnee und Frost zu rechnen sein wird.

Info
Jede Menge Informationen rund ums Wetter unter www.wetterwarte-sued.com.

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