Weißwurst statt Fufu

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Am neuen Arbeitsplatz: Jean Kapena Mwanza.  Foto: 

So richtig zum Auspacken ist Jean Kapena Mwanza noch nicht gekommen: In einer Ecke seiner Unterkunft steht noch immer ein gefüllter Koffer. „Keine Zeit“, erklärt der 34-Jährige und lacht. Seit dem 7. September ist er Kaplan der Gemeinde Pfaffenhofen. Dazu gehört auch das Pfarrhaus in Holzheim, in welchem er jetzt untergekommen ist.

Ursprünglich kommt Mwanza aus dem Kongo, genauer aus Kinshasa, der Hauptstadt des Landes. Schon während seiner Jugend war er dort stark in der katholischen Kirche engagiert. Mit 13 Jahren beschloss er, sein Leben ganz dem Glauben zu widmen. Kurz überlegte Mwanza, Missionar in Südamerika zu werden, entschied sich dann aber doch anders.

2008 kam er nach Österreich, um dort als Mönch zu leben. Bald sei ihm aber klar geworden, dass so ein Leben als Ordensmann nicht das Richtige für ihn ist, erzählt der Kaplan rückblickend. Stattdessen studierte er Theologie, zuerst in der Nähe von Wien, dann in Augsburg.

Nach zwei weiteren Jahren im pastoralem Praktikum wurde er schließlich am 25. Juni dieses Jahres zum Priester geweiht und seinem neuen Arbeitsplatz nahe Neu-Ulm zugewiesen. „Ich musste erst mal im Internet nachschauen, wo Pfaffenhofen an der Roth überhaupt liegt“, sagt der Kaplan und lacht erneut. „Sehr herzlich“ sei der Empfang in der Marktgemeinde dann gewesen. Zu seinen Aufgaben gehört es für Mwanza jetzt unter anderem, Messen und Hochzeiten zu feiern, in den Schulen Religion zu unterrichten und Seelsorge zu geben. Dafür ist er viel unterwegs:  Insgesamt umfasst die Gemeinde Pfaffenhofen neun Kirchen in den umliegenden Ortschaften.

Seine allererste Messe feierte Mwanza im Juli allerdings noch am Ort seines vorangegangenen Praktikums, in Gundelfingen. Anschließend flog er nach Kinshasa, um auch dort, in seiner Heimatgemeinde, einen Gottesdienst zu leiten. Im Kongo herrsche bei der Messe stets großer Andrang, erzählt Mwanza. Teilweise würden die Gläubigen vor der Tür warten müssen, weil der Kirchenraum voll ist. Diese Religiosität erklärt er mit der unsicheren politischen Lage und den militärischen Konflikten im Land. „Die Menschen wollen Gott dafür danken, dass sie noch leben.“

Der Besuch in der Heimat war für den frisch geweihten Priester außerdem eine seltene Möglichkeit, seine Familie zu sehen: Weil der deutsche Staat seinen Eltern ein Visum verweigert, können sie ihn in Deutschland nicht besuchen. Auch seine Priesterweihe konnten sie nicht miterleben. Erst sei er darüber sehr traurig gewesen, sagt Mwanza. Dann aber habe der Satz „Wer glaubt, ist nie allein“ eine ganz konkrete Bedeutung für ihn angenommen. „Ich habe in Jesus hier eine neue Familie gefunden: die Gläubigen.“ Dafür sei er Gott sehr dankbar.

Aber auch abseits der Kirche hat sich der frisch geweihte Priester inzwischen eingelebt. Sein Lieblingsessen Fufu, afrikanische Knödel mit Gemüse und Fisch, gebe es hier zwar nicht, erzählt er. „Dafür mag ich jetzt auch Weißwurst mit süßem Senf.“

Freie Zeit, die bisher ja anscheinend noch knapp ist, verbringt der Kaplan gern damit, ins Kino zu gehen und mit Freunden Kaffee zu trinken. Außerdem interessiert er sich für Fußball und steht auch selbst manchmal als Spieler auf dem Platz. Welcher sein Lieblingsverein ist, will Jean Kapena Mwanza aber nicht verraten. Nur so viel lässt er durchblicken: „Es ist nicht der FC Bayern München.“

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