Weißenhorn: Schulen und Stadt im Clinch

|
Anfang dieser Woche mussten Eltern viel, viel Geduld mitbringen: Für die Anmeldung ihrer Kinder für den offenen Ganztag in Weißenhorn mussten sie vor dem Rathaus lange anstehen.  Foto: 

Der Run auf die begrenzten Plätze im offenen Ganztag an den beiden Weißenhorner Grundschulen zu Beginn dieser Woche, der Ärger vieler Eltern über das Anmeldeverfahren und die anstehende zeitaufwendige und komplizierte Auswertung sorgen in Weißenhorn für Nachwehen. Die Schulleiter, Silvia Janjanin von der Grundschule Süd und Markus Reiter von der Grundschule Nord, hoffen auf mehr Unterstützung von der Stadtverwaltung. Im Rathaus heißt es, das Problem sei bekannt, doch seien die Schulleitungen zuständig. Inzwischen ist das staatliche Schulamt mit im Boot: Es liefert kurzfristig personelle Unterstützung beim Abarbeiten der Anmeldungen.

Der offene Ganztag ist eine gute Sache, darin sind sich alle Beteiligten einig. Das neue System, das in diesem Schuljahr in Weißenhorn die Mittagsbetreuung abgelöst hat, ist für die Eltern deutlich günstiger, da nur die Betreuung in Randzeiten und das Mittagessen bezahlt werden müssen. Damit steht die Ganztagsbetreuung auch für gerechtere Bildungschancen, da sie eine qualifizierte Betreuung nicht mehr von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängig macht. Für die Schulleiter bedeutet der offene Ganztag allerdings deutlich mehr Verwaltungsarbeit, da er – anders als früher die Mittagsbetreuung – in Weißenhorn von den Schulen organisiert wird. Mehr Personal oder mehr Schulleiterstunden gibt es dafür aber nicht. Zudem ist das Raumangebot für die Betreuung an beiden Schulen sehr begrenzt, weshalb die Schulen improvisieren müssen.

Für die Schulleiter, die mit der Stadt einen Kooperationsvertrag abgeschlossen haben, ist klar: Die Verwaltung muss mehr ins Boot. „Wir würden uns wünschen, dass die Stadt die verwaltungstechnischen Aufgaben übernimmt“, sagte Markus Reiter am Donnerstag. Das werde in anderen Kommunen so gehandhabt und sei laut bayerischer Staatsregierung auch in Ordnung. Dass es der Kollegin der Grundschule Süd und ihm selbst nicht möglich sei, für den offenen Ganztag „mehr Zeit freizuschlagen“, sei der Stadt im September mitgeteilt worden, ebenso die Bitte um Unterstützung. „Doch warten wir vergebens auf eine Zusage.“ Der Elternbeirat sei über das Thema informiert.

Die Eltern, die ihr Kind für das kommende Schuljahr für den offenen Ganztag angemeldet haben, werden wohl noch auf eine Zu- oder Absage warten müssen, so Reiter. Derzeit laufe die Klassenbildung für das kommende Schuljahr, was auch viel Verwaltungsarbeit bedeute und erledigt werden müsse. Reiter hofft auf weitere Gespräche mit der Stadt über die Verwaltung und Unterbringung der Ganztagsbetreuung: „Die Rahmenbedingungen müssen einfach stimmen.“

Für „den bestmöglichen Austausch“ offen ist Hauptamtsleiterin Melanie Müller. Es gebe regelmäßige Gespräche mit den Schulleitern. Daher wisse die Stadt von den Problemen. Und habe deshalb am Montag und Dienstag die Anmeldungen der Eltern im Rathaus entgegengenommen, obwohl eigentlich die Schulen zuständig gewesen seien. Um nun die Anmeldungen abzuarbeiten, sei eine „interne Lösung“ mit dem Schulamt gefunden worden: „Die beiden Grundschulen bekommen personelle Unterstützung.“

Das bestätigt Schulrätin Silvia Wawra. Neben der kurzfristigen Hilfe liege dem Schulamt aber eine dauerhafte Lösung am Herzen. Und die bedeute, dass Weißenhorn „ein tragfähiges Konzept“ für die Betreuung der Grundschüler entwickle. „Dabei wollen wir alle Beteiligten unterstützen.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Stellenabbau: Bittere Pille für Ratiopharm

Der Mutterkonzern Teva streicht weltweit 14.000 Stellen. Es bleibt vorerst offen, inwieweit Ulm betroffen ist. weiter lesen