Weichen für Flüchtlingsheim in Roggenburg-Biberbach gestellt

Die Unterbringung von Flüchtlingen in einem Bürogebäude der Familie Kierndorfer in Biberach nimmt Formen an: Der Gemeinderat in Roggenburg hat einer entsprechenden Nutzungsänderung zugestimmt.

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In dieser früheren Schreinerei im Roggenburger Ortsteil Biberach sollen bis Ende dieses Jahres Flüchtlinge untergebracht werden. Der Gemeinderat hat den Weg für den Umbau des Gebäudes freigemacht.  Foto: 

Noch in diesem Jahr könnten bis zu 30 Flüchtlinge in einem Gebäude der Unternehmerfamilie Kierndorfer im Roggenburger Ortsteil Biberach untergebracht werden. Die Weichen dafür hat der Gemeinderat am Dienstagabend gestellt: Das Gremium billigte einstimmig die Nutzungsänderung für ein Bürogebäude, das nun ein Wohnheim für Asylbewerber werden soll. Der Investor Andreas Kierndorfer hatte das Objekt, wie berichtet, kürzlich der Gemeinde angeboten, um eine mögliche Container-Lösung im Dorfzentrum zu verhindern.

Laut Bürgermeister Mathias Stölzle will das Landratsamt bis zu 30 Personen in dem Gebäude unterbringen. "Das ist die Obergrenze, auf die wir als Gemeinde keinen Einfluss haben", sagte er. Doch bevor die ersten Flüchtlinge im November oder Dezember einziehen können, steht zunächst der Innenausbau des derzeit völlig entkernten Hauses an. Unter anderem müssen Decken, ein Treppenhaus sowie Sanitäranlagen eingebaut werden. Dagegen soll sich am äußeren Erscheinungsbild nichts ändern, sagte Bauamtsleiter Dieter Kohlmann.

Gemeinderat Anton Schmid erkundigte sich nach einem Gemeinschaftsraum für die Asylbewerber. "Ein solcher Raum ist grundsätzlich nicht vorgesehen und in den meisten Flüchtlingsheimen unüblich", sagte Stölzle. Als Treffpunkt werde der Küchenbereich dienen. Weitere Fragen kamen zur Dauer des Mietvertrags. Dieser ist laut Stölzle noch nicht ausgefertigt. Allerdings sei von einer Dauer von fünf bis neun Jahren auszugehen.

Trotz des einstimmigen Votums für das Bürogebäude sind die Container-Pläne noch nicht komplett vom Tisch. Einer entsprechenden Bauvoranfrage eines Privatinvestors aus Ehingen zur Errichtung von Wohncontainern für 40 Flüchtlinge stimmte der Gemeinderat Mitte Juni ebenfalls zu. "Momentan sind beide Lösungen rechtlich möglich", betonte Stölzle am Mittwoch auf Anfrage.

Jedoch wolle die Gemeinde nicht zwei Asylbewerberheime in Biberach und werde deshalb die gemeindeeigene Fläche wohl nicht vermieten. Ferner hätten jüngste Aktionen des möglichen Partners "nicht zur Vertrauensbildung beigetragen".

Auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung und des Gemeinderats seien eindeutig: "Alle Seiten signalisieren, dass wir die Flüchtlinge unter einem schwäbischen Satteldach und nicht in Containern unterbringen sollen", sagte Bürgermeister Stölzle.

Für Diskussionen sorgte überdies die Gründung eines Helferkreises, die für Dienstag vorgesehen ist. "Muss man den Kreis jetzt schon gründen, wenn die Asylbewerber erst Ende des Jahres eintreffen werden?", fragte Gemeinderat Johann Ott. Stölzle entgegnete, dass andere Kommunen durch die Ankunft der Flüchtlinge "übel überrumpelt" worden seien und man dies vermeiden wolle. Roggenburg sollte auf die Flüchtlinge vorbereitet sein.

Die Räte einigten sich darauf, dass die Gemeinde die Gründung eines Helferkreises fördert. Außerdem sollen zur Unterstützung des Projekts Spendenkonten eingerichtet werden, die von der Gemeindeverwaltung betreut werden. "Es ist wichtig, dass die Gemeinde eine Leuchtturmfunktion im Helferkreis übernimmt", sagte Gemeinderat Karl Gerstlauer.

Info Eine Info-Veranstaltung zur Gründung eines Helferkreises findet am Dienstag um 20 Uhr im Haus der Vereine in der Sonnenstraße 3 in Biberach statt.

Zweite Turnhalle belegt

Plätze belegt Nach der Berufsschul-Turnhalle in Neu-Ulm muss ab August auch jene bei der Berufsschule in Illertissen für die Aufnahme von Flüchtlingen bereitgestellt werden. Laut Landratsamt ist die Entscheidung "unumgänglich": Dem Kreis würden immer mehr Flüchtlinge zugeteilt, nun reiche der angemietete und der anmietbare Wohnraum nicht mehr. In der Illertisser Halle sei Platz für 70 Menschen.

 

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