Weg frei für Zug-Halt "Unter der Halde"

Es bleibt dabei: Auch nach einem Ortstermin fordern die Sendener Stadträte weiter, dass der Zug in Wullenstetten "Unter der Halde" halten soll.

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Fast hätte sich die Stadt Senden am Dienstag in eine blöde Situation gebracht. Doch Bürgermeister Kurt Baiker, beraten von aufmerksamen Stadträten, stoppte die zweite Abstimmung über den Wunsch-Standort für einen Bahn-Stopp in Wullenstetten rechtzeitig. In der ersten hatten sich 13 Räte dafür ausgesprochen, dass der neue Personenzug von und nach Weißenhorn an der Heerstraße halten soll, 12 Räte plus Bürgermeister waren dagegen. Ein Patt also, damit war die Heerstraße abgelehnt - und der Standort "Unter der Halde" im Umkehrschluss angenommen. Hätte Baiker nun gezielt über die "Halde" abstimmen lassen, wäre wieder ein Patt herausgekommen, also wieder eine Ablehnung - und die Stadt hätte sich faktisch gegen beide Varianten ausgesprochen. Somit bleibt es bei "Unter der Halde" nördlich der Römerstraße. Diesen Platz hatte die Kommune stets favorisiert, die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) aber, die die Strecke wiederbeleben wollen, sind dagegen. Die Heerstraße ist Bestandteil des laufenden Planfeststellungsverfahrens.

Also gibt es mit dem Vorhabensträger weiter einen Konflikt - und auch seitens der Anwohnern zeichnet sich Protest ab. Die beklagten sich vor der Abstimmung über den zu erwartenden zusätzlichen Lärm bei den Stadträten. Jene hatten sich die beiden Wullenstetter Varianten und den unstrittigen Halt in Witzighausen - westlich der Illerberger Straße - zuvor angeschaut. Was den Wullenstettern besonders missfällt, ist nicht so sehr der geplante Stunden-Takt der S-Bahn. Sie stören sich vielmehr daran, dass laut den derzeit in den Rathäusern ausliegenden Planunterlagen die heute tags fahrenden Güterzüge künftig nachts verkehren sollen - und zudem sechs statt bislang zwei Fahrten vorgesehen sind. Baiker meinte aber, es sei zu hinterfragen, ob die Züge tatsächlich nachts fahren müssen, und wie viele tatsächlich geplant sind. Diese Informationen sollen die SWU nun liefern. Und ein Schallschutzgutachten, aus dem hervorgeht, welcher zusätzliche Krach auf die Anwohner zukommt.

Ingo Wortmann, Geschäftsführer der SWU-Tochter Verkehr, sagte gestern: "Fahrpläne sind nicht Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens. Wir gehen aber davon aus, dass wie heute ein Güterzug nach Weißenhorn fährt und zurück." Und er meine, dass diese Fahrten sinnvollerweise kurz vor dem ersten Personenzug oder kurz nach dem letzten rollen - nicht mitten in der Nacht. Genutzt wird die Strecke von der Rohstoffverwertung Weißenhorn, vom Landhandel Weißenhorn und der Westfalen-Gas.

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