Walter Kuhn steigt seit bald 14 Jahren mit seinen Kunden in die Lüfte

Es ist seine Leidenschaft und liefert einen Nebenverdienst in die Familienkasse: Walter Kuhn nimmt seit bald 14 Jahren Passagiere mit auf Ballonfahrt. Unterstützt wird er von Ehefrau Sabine und Sohn Nikolas.

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Das Fauchen übertönt kurzzeitig die Gespräche rund um die Gondel. Laut ist es, wenn Walter Kuhn den Gasbrenner seines Heißluftballons voll aufdreht, Flammen schlagen hervor. "Die Leistung entspricht ungefähr 1500 PS", erklärt der Inhaber der Firma "Airlebnis" mit Sitz in Senden. Sobald die Brenner laufen, dauert es nicht mehr lange, bis sich die auf einer Wiese am Weißenhorner Flughafen ausgestreckt liegende, zuvor leblose Ballonhülle langsam aufrichtet, Form annimmt. Die fünf Passagiere, mit denen Kuhn an diesem Tag für rund anderthalb Stunden unterwegs sein wird, werden miteingespannt, den Ballon startklar zu machen ist Teamwork. Bis zu 200 Euro kostet ein Einzelticket, gestartet wird in der Region, aber auch im Allgäu. Dort organisieren die Kuhns zwischen den Jahren ein Festival mit 20 Ballonen.

Die Sonne scheint an diesem Herbsttag, die Temperatur ist mild. Ideales Ballonfahrer-Wetter, was in dieser Jahreszeit nicht mehr allzu oft vorkommt. Ein "Zufallstreffer", sagt Kuhn und lacht. Mit den fünf Passagieren wird es an diesem Tag bis auf 3000 Meter über Meereshöhe hinaufgehen, der Wind weht weiter oben in Richtung Günzburg. Klare Sicht verheißt einen Blick auf die Alpen.

Bald 14 Jahre bietet der gebürtige Sendener, der mit seiner Familie mittlerweile in Ichenhausen lebt, nebenberuflich Ballonfahrten an, trotzdem bereitet es ihm jedesmal wieder spürbar Freude, mit dem Heißluftballon auf Fahrt zu gehen. Den Lebensunterhalt für seine Familie verdient Kuhn als Techniker bei einem großen Unternehmen in der Region. Der 47-Jährige ist mit dem Herzen Ballonfahrer, allein von seiner Leidenschaft leben kann er aber nicht.

Die Hüllen für seine beiden Ballone bekommt Kuhn von Unternehmen gesponsert, einer überregionalen Brauerei und einer Neu-Ulmer Firma, zu der die Kuhns eine freundschaftliche Beziehung pflegen. Dafür fliegen sie dann weithin sichtbar Reklame. Und nehmen ab und an auch einen guten Kunden mit auf Ballonfahrt.

Auf 50 bis 60 Starts kommt Walter Kuhn in einer Saison. Um die Firma verstärkt in die Gewinnzone zu drücken, müssten die beiden Kuhnschen Ballone weitaus öfter abheben - auch bei schlechteren Wetterbedingungen. "Wir starten aber nur bei schönem Wetter", sagt Kuhn. Verheißt das Wetterradar durchwachsene Bedingungen, bleiben die Ballonfahrer am Boden. "Bei so einem Wetter zu fahren, ist uns zu risikoreich", ergänzt Ehefrau Sabine Kuhn. "Da sagen wir: Lass die Chaoten raufgehen, wir machen das nicht." Die 43-Jährige ist die "Chefin am Boden", die Familie hilft im Betrieb zusammen.

Auch Sohn Nikolas (7) ist wann immer es geht dabei. Und zwar von Geburt an: Während einer Ballonverfolgung platzte der hochschwangeren Sabine Kuhn im Auto die Fruchtblase, erst nach der traditionellen Taufe der Passagiere gings zur Entbindung in die Klinik. Im Alter von acht Wochen unternahm Nikolas seine erste Ballonfahrt. Beruflich zieht er das Fliegen vor: Nikolas träumt davon, A-380-Pilot zu werden. Im Cockpit dieses Riesenfliegers könnte er sich dann auch einmal gegen die Windrichtung hoch am Himmel bewegen.

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