Vor dem großen Umbruch

Umbruch im Weißenhorner Stadtrat: Gleich neun Räte werden bei den Wahlen im März nicht mehr antreten. Die etablierten Fraktionen stellen sich neu auf, andere Parteien treten selbstbewusst an.

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  • Tritt 2014 nicht mehr an: Alfred Haas (CSU). Foto: Volkmar Könneke 1/4
    Tritt 2014 nicht mehr an: Alfred Haas (CSU). Foto: Volkmar Könneke
  • Er ist einer von vier CSU-Räten, die bald aufhören: Franz Dirr. Foto: CSU 2/4
    Er ist einer von vier CSU-Räten, die bald aufhören: Franz Dirr. Foto: CSU
  • Sagt der Weißenhorner Kommunalpolitik Ade: Ernst Ibrom (WÜW). Foto: WÜW 3/4
    Sagt der Weißenhorner Kommunalpolitik Ade: Ernst Ibrom (WÜW). Foto: WÜW
  • Konzentriert sich auf den Kreistag: Alexander Engelhard (PWG). Foto: Carsten Muth 4/4
    Konzentriert sich auf den Kreistag: Alexander Engelhard (PWG). Foto: Carsten Muth
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Fünf Monate vor den Kommunalwahlen kündigt sich ein Umbruch im Weißenhorner Stadtrat an. Neun erfahrene Räte, darunter Stimmenkönige wie Alexander Engelhard (PWG), Alfred Haas (CSU) und Helmut Rausch (SPD), haben ihren Abschied aus der Kommunalpolitik angekündigt. Sie werden nicht mehr antreten. Derzeit arbeiten die Ortsverbände mit Hochdruck an der Erstellung ihrer Listen. Die CSU hat ihre Kandidaten bereits zusammen. Die Zeit drängt: Bis Ende des Jahres müssen alle Parteien Listen vorlegen. Während die etablierten Fraktionen von CSU, SPD und Weißenhorner Überparteilichen Wählern (WÜW) ihre Reihen neu aufstellen, greifen andere an.

CSU (derzeit 9 Sitze): In dieser Woche haben die Christsozialen ihre Nominierungsliste aufgestellt. Darauf stehen 24 Kandidaten. Es fehlen die altgedienten Stadträte Alfred Haas (Zweiter Bürgermeister), Axel Janischowski, Sebastian Knaur und Franz Dirr. Sie werden nicht mehr antreten. Weitermachen wollen dafür Ernst-Peter Keller, Franz-Josef Niebling, Kornelia Raschke, Michael Schrodi und Josef Wanner. Auf der Liste finden sich Metzgermeister Gunther Kühle ebenso wie der JU-Kreisvorsitzende Philipp Hofmann. Neu dabei unter anderem: Dr. Günther Hogrefe, der kürzlich für den Landtag kandidiert, den Sprung ins Maximilianeum aber nicht geschafft hatte. Neu auch: Bruno Simmnacher, bislang PWG. "Weil die PWG aufgelöst wird, war das Thema Stadtrat eigentlich für mich erledigt", sagt Simmnacher. Gespräche mit der CSU hätten ihn dann zum Umdenken bewogen. "Ich habe zu etlichen in der CSU einen guten Draht." Parteimitglied will Simmnacher nicht werden. "Eigentlich bin ich ja kein CSU-Mann."

SPD (7 Sitze): Ende November wollen die Sozialdemokraten ihre Liste aufstellen. Auch die SPD steht vor einem Umbruch: Der frühere Fraktionssprecher Hermann Geiger nimmt ebenso seinen Hut wie Helmut Rausch (Dritter Bürgermeister). Dafür hat sich Josef Zintl entschieden, "eine weitere Runde zu drehen", wie er sagt. "Sonst wäre der Umbruch bei uns zu groß." Herbert Richter, Ingeborg Dick, Petra Bohatsch und Thomas Schulz werden erneut antreten.

WÜW (6 Sitze): "Die Liste ist voll. Wir haben da einige attraktive Namen darauf", sagt WÜW-Fraktionssprecher Werner Weiss. Die WÜW sei gut aufgestellt. Ende des Monats soll die Nominierungsversammlung stattfinden. Dr. Ernst Ibrom und Anton Glatzmaier haben ihren Rückzug angekündigt. Werner Weiss, Johannes Amann, Jutta Kempter und Peter Niesner dürften weitermachen. Rein für die WÜW in den Stadtrat will diesmal auch Bernhard Jüstel, Bahn-Lobbyist und Sprecher der Agendagruppe Verkehr. "Ich trete an", sagt Jüstel.

PWG (2 Sitze): Vor einem Jahr noch kündigte die Parteiunabhängige Wählergemeinschaft um Alexander Engelhard und Bruno Simmnacher an, für 2014 eine eigene Liste aufzustellen. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Die PWG wird bald Geschichte sein, sie löst sich auf. CSU-Mitglied Engelhard will sich auf seine Kreistagskandidatur für die Christsozialen konzentrieren, Simmnacher macht weiter - er kandidiert für die CSU.

ÖDP: Die Partei will endlich rein in den Stadtrat und mitmischen in der Kommunalpolitik. Der Ortsverband um den Vorsitzenden Ulrich Hoffmann hat bereits angekündigt, eine Liste aufstellen zu wollen. Welche Namen darauf zu finden sein werden, ist nicht bekannt.

Grüne: In den vergangenen Jahren ist es ruhig um die Grünen in Weißenhorn geworden. Derzeit ist die Partei nicht im Stadtrat. Zur Erinnerung: Reinhold Reibl saß für die Grünen von 2002 bis 2008 eine Wahlperiode lang im Stadtrat, war in dieser Zeit "Ein-Mann-Fraktion" und eine Art Einzelkämpfer. Reibl könnte sich eigenen Angaben zufolge vorstellen, erneut in den Wahlkampf zu ziehen und für den Rat zu kandidieren. Ob er für die Grünen oder eine andere Partei antritt, ist allerdings offen.

FDP: Ortsverbandssprecher Michael Zimmermann weiß, dass die FDP schon mal bessere Zeiten erlebt hat. Er gibt sich dennoch kämpferisch, betont. "Wir wollen zeigen, dass wir noch da sind." Die Freien Demokraten seien nach wie vor wichtig, könnten auch in der Weißenhorner Kommunalpolitik Impulse setzen. Die FDP sei nicht von der Bildfläche verschwunden, "nur weil wir die Bundestagswahl verloren haben", sagt Zimmermann. Er fügt hinzu: "Wir stellen eine kleine Liste auf."

Stühlerücken im Stadtrat
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