Von Grund auf das Rettungswesen lernen

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Zum Einstieg lernen die Kinder erst einmal die komplette Ausrüstung einer Feuerwehr kennen: inklusive Waschraum für die Schläuche.  Foto: 

Früh übt sich, wer ins Ehrenamt einziehen will: In einer Kennenlernrunde erklärt die Feuerwehr Strass einer Gruppe von Kindern ab 6 Jahren den freiwilligen Dienst bei den örtlichen Rettern. In einem ersten Treffen mit Kindern und Eltern erzählt Tobias Bindhammer, Maschinist bei der Feuerwehr, von seinem eigenen Werdegang: Er selbst habe erst im Erwachsenenalter durch seinen Sohn, der aktives Mitglied ist, die Motivation erhalten, auch selbst beizutreten. Seine Frau Andrea ist ebenfalls im Ehrenamt tätig.

Das Ehepaar Bindhammer nimmt die jungen Feuerwehr-Interessenten mit zu einer Runde durchs Gerätehaus – in den Wasch­raum, wo in großen Wannen die Schläuche gesäubert werden, die nach einem Einsatz meistens sehr dreckig sind. „Aber wo ziehen die Feuerwehrleute sich um? Und wieso haben manche ein A auf dem Helm und andere nicht?“, will ein Junge aus der Runde wissen.

Andrea Bindhammer zeigt den Kindern, dass jeder bei der Feuerwehr einen eigenen Spind mit einer vollständigen Montur darin hat. Auch verschiedene Handschuhe gibt es: ein Paar verdeckt die Arme bis fast zum Ellbogen und schützt so die Haut vor Feuer oder Hitze, ein anderes Paar ist besser geeignet, um zum Beispiel Scherben nach einem Autounfall aufzusammeln.

Die Verletzungsgefahr an den Händen und Armen kann somit reduziert werden. „Das A auf den Helmen bedeutet, dass der oder diejenige Person berechtigt ist, eine Atemmaske zu tragen“, erklärt Andrea Bindhammer, was etwa bei starkem Rauch notwendig ist. Danach dürfen die jungen Feuerwehr-Anwärter auch die Löschfahrzeuge begutachten. Tobias Bindhammer zeigt den Kindern, wie man die Seite des Fahrzeugs öffnet, um an die für einen Einsatz notwendigen Geräte zu kommen.

Ein Metallschneider sei zum Beispiel nötig, um Menschen zu befreien, die nach einem Verkehrsunfall in ihren Autos gefangen sind. Auch die Schläuche werden gezeigt. Und dass die Feuerwehr eigenes Wasser auf ihre Löscheinsätze mitnimmt, wenn nicht klar ist, ob es vor Ort Wasser gibt. Für eine Demonstration des Ventilators bittet Bindhammer die Kinder, Abstand zu halten. Das leistungsstarke Gerät ist dazu da, um giftige Rauchschwaden aus dem Einsatzort zu blasen.

„Die Einsatzrufe“, erklärt Bindhammer den Kindern, „kommen von der Leitstelle, die jeden Notruf entgegennimmt und dann die Feuerwehr alarmiert, die am nächsten am Einsatzort dran ist.“ Dabei könne zumeist schon geklärt werden, welches der vorhandenen Löschfahrzeuge besetzt werden muss. Jedes Feuerwehrmitglied hat zu Tag- und Nachtzeit einen Empfänger, der sie alarmiert, wenn ein Notruf abgesetzt wird.

Dass der Einsatz in der Feuerwehr eine ernste Sache ist, ist den Kindern offensichtlich bewusst: Ob man bei den Einsätzen auch sterben kann, will ein Junge wissen. Ausschließen könne man das natürlich nicht, erklärt Bindhammer. Aber: Die Einsatzleitung achte natürlich auf die Sicherheit der Feuerwehrleute. „Ist denn bei euch schon jemand gestorben?“, beharrt der Junge. Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem ein Feuerwehrmann im Einsatz ums Leben gekommen ist, sagt Bindhammer.

Konzept Das Interesse am Ehrenamt wecken sowie Brandschutzerziehung und Teamfähigkeit fördern: Immer mehr Feuerwehren bieten zusätzlich zu den Jugendfeuerwehren auch Kindergruppen an. In Straß ist dasTreffen für die Kinderfeuerwehr (ab 6 Jahren) jeden Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr im Feuerwehrhaus.

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