Nacktbaden am Waldsee in Senden verboten

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Sündenpfuhl im Schilf, Un-Verschämte im Unterholz, Nackte am Naturstrand – der südliche Sendener Waldbaggersee war vor sechs Jahren bundesweit in den Schlagzeilen: Porno-Island! Nach Anwohnerprotesten waren jahrelang geübte Gepflogenheiten zum Problem, ja zum Politikum geworden. Die Erregung legte sich, nachdem die Stadt am Ufer einiges abschneiden ließ – Schilf, Bäume und Büsche wohlgemerkt.

Doch die süddeutschen Nudisten haben Senden offenbar unverändert in ihren Navis gespeichert, von ersten Sichtungen im Frühjahr 2017 wird bereits berichtet. Und beinahe hätten die Uniformierten gar keine Handhabe mehr gegen die Textillosen gehabt. Das jedoch konnte der Sendener Stadtrat gerade noch verhindern.

Auf Bitten der Polizei hat das Gremium in der städtischen Grünanlagensatzung das Nackigsein am Waldsee jetzt explizit verboten. Demnach ist das „öffentliche Baden, hierzu zählt das Wasser-, Luft- und Sonnenbaden“ nur noch bekleidet gestattet. Also in Badehose oder Bikini beispielsweise. Ausgenommen von der Regelung sind nur Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr.

Wobei das neue Veto so neu nicht ist. Vielmehr war in der landesweit gültigen „Bayerischen Badeverordnung“ das Blankziehen immer schon untersagt. Allerdings lief diese Verordnung Ende 2013 aus, seither kann jede Kommune nach Lust und Laune entscheiden. Er habe auf ein Bekleidungsgebot gedrängt, sagt der Sendener Polizeichef Thomas Merk, „damit dort nichts ausufert“.

Jedoch: Die klare Regelung in seinem Zuständigkeitsgebiet könne nun erst recht zu neuen Gemütswallungen führen. Denn in Sichtweite könnte am von einer unsichtbaren Grenze durchzogenen Waldsee das Nacktbaden weiterhin erlaubt sein: am anderen Ufer sozusagen, Gemarkung Vöhringen. Dort gibt es einen großen, gepflegten und, wenn auch nicht ganz unumstrittenen,  immerhin geduldeten FKK-Bereich.

Ob Vöhringen sich dem Sendener Veto anschließt, sei unklar, teilt Jürgen Salzmann von der zuständigen Polizeiinspektion Illertissen mit. Derartige Überlegungen gebe es zwar, andererseits gelte: Beschwerden habe es beispielsweise vergangenes Jahr nur wenige gegeben. Salzmann: „Das ist eine Abwägungssache.“ Bürgermeister Karl Janson war gestern zu diesem heiklen Thema nicht zu erreichen. Wie zu erfahren ist, soll das Nacktbaden demnächst in einem interkommunalen Gespräch behandelt werden. Polizist Thomas Merk aus Senden spricht sich aus „für klare Verhältnisse“.

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