Kanalisation: Verwaltung hofft auf Zuschuss

Um dringlichste Schäden an der Kanalisation zu beheben, investiert Nerenstetten 200. 000 Euro.

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„Sehr unerfreulich“ nannte Nerenstettens Bürgermeisterin Renate Bobsin die Auswertung der Kanal-Befahrungen in der Gemeinde per Video, die sowohl im Ortsteil Wettingen als auch in Nerenstetten selbst Schäden der Klasse Null und Eins ausweisen. Diese seien dringlich zu beheben, wollte die Gemeinde nicht gegen die Umwelt-Gesetzgebung verstoßen.

Die Ergebnisse des Neustettener ISW-Büros Eisele präsentierte die Bürgermeisterin im Gemeinderat. In Wettingen sei die Schadensregulierung ursprünglich mit 52 000 Euro beziffert worden. Aufgrund der überhitzten Konjunktur im Tiefbau müsse jetzt mit über 90 000 Euro gerechnet werden, informierte Bobsin und berief sich dabei auf das Tiefbauamt des Verwaltungsverbands Langenau (VVL).

Die Sanierung der dringlichsten Schäden im Ortsbereich Nerenstetten in der Hauptstraße, in der Schulstraße und in der Ballendorfer Straße seien vom VVL-Tiefbauamt mit Kosten von knapp 95 000 Euro geschätzt, gab Bobsin bekannt.

An der Grenze des Möglichen

„Auf uns kommen also rund 200 000 Euro zu, die wir 2018 im Haushalt finanzieren müssen“, sagte Bobsin. „Und das geht an die Grenzen unserer Möglichkeiten als kleine Gemeinde“, fügte sie hinzu. Die Hoffnung der Bürgermeisterin ruhen auf dem bereits gestellten Antrag, Zuschüsse für die Kanalsanierungen aus dem Härtefonds des Landes zu erhalten. Diese können im besten Fall rund 61 Prozent der Investitionssumme betragen.

„Wir haben mit 3,97 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser und 0,66 Cent pro Quadratmeter Fläche bei Niederschlagswasser jetzt schon die höchsten Abwassergebühren im Verwaltungsraum Langenau“, führte Bobsin aus. Die Bürgermeisterin machte deutlich, dass die anstehenden und unausweichlichen Kanal- und Schachtsanierungskosten die Abwassergebühren spürbar erhöhen werden.

Nicht außer acht ließ die Bürgermeisterin dabei, dass die Sanierungs-Maßnahmen, die für 2018 verbindlich erfolgen müssten, nicht „das Ende der Fahnenstange“ bedeuten würden: „Diese Ausgaben sind auch in den folgenden Jahren Hauptbestandteil unserer Aufgaben in den Haushaltsplänen.“

Ob Kanalauswechslungen, Schachtsanierungen, Inliner-Einbau oder Verpressungen – die Nerenstetter Gemeinderäte nahmen die Ausgaben zur Kenntnis. „Das wird bitter“, hieß es am Ratstisch. „Ich hoffe bloß, dass die neusten Kostenberechnungen sich wenigstens in den Angeboten gegenspiegeln“, versuchte Bürgermeisterin Renate Bobsin Trost zu spenden.

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