Verjüngungskur bei Christsozialen

Die CSU Elchingen schickt Jürgen Salzmann ins Rennen um den Rathaussessel. Der 44-Jährige will einen Wirtschaftsreferenten installieren, für bezahlbares Bauland sorgen und mit Bürgern ins Gespräch kommen.

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Will für die CSU auf den Chefsessel im Elchinger Rathaus: Jürgen Salzmann. Am Mittwoch hat ihn der Ortsverband offiziell nominiert. Einstimmig. Foto: Oliver Heider

Politischer Nachwuchs ist rar in Zeiten, in denen die Bindung an Parteien nachlässt. Dass es anders geht, zeigt nun die CSU. 8 von 20 Bewerbern um einen Sitz im Elchinger Gemeinderat sind jünger als 40 Jahre. Neben dem Ortsvorsitzenden Florian Schirmer (33) hat auch die jüngste Kandidatin, die Oberelchingerin Julia Götz (21), eine prominente Position auf der Liste ergattert (siehe Infokasten).

Gut 30 Leute sind am Mittwochabend in die Klosterbräustuben nach Oberelchingen gekommen - darunter 24 stimmberechtigte Parteimitglieder. Und die wählen nicht nur die Listenbewerber, sondern nominieren auch ihren Bürgermeisterkandidaten einstimmig: Jürgen Salzmann aus Pfuhl, der derzeit bei der Polizei Neu-Ulm für das Einsatzgeschehen zuständig ist. Er soll als gemeinsamer Kandidat der CSU und der Dorfgemeinschaft Oberelchingen gegen Amtsinhaber Joachim Eisenkolb antreten, den die Freien Wähler (FWE) und die Umweltliste (Eule) unterstützen.

Salzmann, 44 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, sieht sich nicht als Bürgermeister, "den man immer wieder anschieben muss". Er wolle Ideen einbringen, Impulse geben, Vordenker sein. Die Bürger will Salzmann, der sich als Bürgermeister in Schnürpflingen beworben, aber vor der Wahl 2010 zurückgezogen hatte, "mitnehmen". So sollen an diesem Samstag - Treffpunkt: 14 Uhr am Parkplatz des Gasthofs Zahn - die Unterelchinger erzählen, wo der Schuh drückt. Dazu haben die Oberelchinger eine, die Thalfinger zwei Wochen später Gelegenheit.

Der "Idealist", so bezeichnet Salzmann sich selbst, will es schaffen, "bezahlbares Bauland für Familien" anzubieten. "Nur ein Jammern über die Grundstücksbesitzer in Elchingen, die ihre zu bebauenden Flächen in den Ortsteilen nicht zur Verfügung stellen, ist mir ehrlich gesagt zu wenig." Wie er das Problem lösen will, sagt er nicht. Zentraler Ansprechpartner für Gewerbe und Handel soll künftig ein "Wirtschaftsreferent" in der Verwaltung sein. Fürs Ex-Real-Gebäude soll wieder ein "Vollsortimentsupermarkt" her. Gelingt das nicht, habe er "quasi einen Plan B" für die ältere Bevölkerung in Ober- und Unterelchingen im Kopf, erklärt Salzmann.

"Mit allen Vereinen ohne persönliche Befindlichkeiten zusammenarbeiten" - das ist seine Devise. Für die Feuerwehren sei eine bedarfsgerechte Ausstattung nötig - und für jeden Ortsteil eine eigene Bürgerversammlung pro Jahr. Bisher gibt es eine für alle. Weil der Bund verpflichtet sei, für Lärmschutz zu sorgen, wenn die A 7 sechsspurig ausgebaut wird, könnte sich Elchingen eben dafür einsetzen. Ein Lärmschutz auf eigene Kosten könne sich die Gemeinde nicht leisten.

Dass ein Wechsel im Rathaus nötig ist, steht für den CSU-Fraktionsvorsitzenden Karl Mayer fest. Salzmann hält er "für einen prima Kandidaten, der vorzeigbar ist". Man habe sich die Suche nicht leicht gemacht, im Sommer auch mit Amtsinhaber Eisenkolb sondiert. Ein gemeinsamer Weg fand sich nicht.

Konrad Dehm, der stellvertretende Bürgermeister, geht mit Eisenkolb hart ins Gericht: "Im Rathaus fehlt eine klare Führungspersönlichkeit." Die Umsetzung des Waldkindergartens sei "eine Katastrophe" gewesen, in Sachen Baugebiet in der Unterelchinger Mühlau sei nichts vorangegangen. Bessere Kontakte ins Landratsamt seien auch nötig. "Für Elchingen wäre mehr möglich gewesen", meint Dehm.

Er selbst zieht sich nach 42 Jahren im Rat zurück. Unter anderem aus gesundheitlichen Gründen, wie er der SÜDWEST PRESSE sagt. Der Mittsechziger macht damit den Weg frei für den Polit-Nachwuch.

Die Kandidaten der CSU für die Gemeinderatswahl
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