Gewerbegebiet an A7 wird weiter geplant – Bau aber fraglich

An der A7 in Illertissen soll ein Gewerbegebiet entstehen. Ob überhaupt gebaut werden kann, hängt aber auch vom dem Ausbau der Autobahn ab.

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Sowohl der sechsspurige Ausbau der Autobahn A7 zwischen Hittistetten und Illertissen als auch der zwischen Illertissen und Memmingen ist bereits beschlossene Sache und auch rechtlich verankert.  Foto: 

Illertissen hat Bedarf an neuen Gewerbeflächen. Das war einer der wenigen Punkte, die unstrittig waren  in der jüngsten Sitzung des Illertisser Bauausschusses; trotzdem war das Stimmungsbild erneut uneinheitlich, als es um das  geplante Gewerbegebiet „Leitschäcker“ ging. Das rund 36.000 Quadratmeter große Grundstück im Osten der Stadt, zwischen A7 im Westen, der Staatsstraße 2018 im Norden und der Kreisstraße NU5 im Osten gelegen, wurde im Ausschuss bereits vergangenes Jahr als eine mögliche Fläche für mindestens zwei Vorhaben gehandelt: Ein Investor will auf dem nördlichen, rund 9000 Quadratmeter umfassenden Grundstück eine Tankstelle samt Gastronomie betreiben. Im südlichen, erweiterbaren Teil könnten rund 20.000 Quadratmeter für Gewerbeflächen geschaffen werden.

„Wir haben Bedarf an Gewerbe und der Standort ist geeignet, weil erweiterbar“, sagte Dr. Ansgar Batzner. Und Dietmar Haas verwies, wie fast jeder Stadtrat, auf die Möglichkeiten, die sich den ansässigen Unternehmen mit dieser Gewerbeflächen eröffnen könnten. Auch Bürgermeister Jürgen Eisen sah die Notwendigkeit, neue Flächen für Gewerbe zu schaffen, denn: „7000 Quadratmeter stehen uns noch zur Verfügung, dann ist Schluss.“

Unklare Ausgangslage

Allerdings: der geplante sechsspurige Ausbau der A7 könnte Einschränkungen für das Gewerbegebiet bedeuten, weshalb einige Stadträte die rechtliche Situation mit der Autobahndirektion vor einem Beschluss geklärt haben wollten. „Grundsätzlich brauchen wir ein Gewerbegebiet, aber wegen der unklaren Situation kann ich keinem Plan zustimmen“, sagte etwa Andreas Fleischer. Der Hintergrund: Laut Bundesfernstraßengesetz muss aus Sicherheitsgründen ein 40 Meter breiter Abstand zur Fahrbahn eingehalten werden. Dieser ist zwar in der vom Stadtrat im Bebauungsplan mit eingearbeitet. In einer Stellungnahme teilte die Autobahndirektion Südbayern allerdings mit, dass eine 100 Meter breite Baubeschränkungszone notwendig sei. „Da dann nur mehr ein sehr schmaler Streifen für die bauliche Nutzung übrigbleibt, sollte komplett von der Entwicklung hier Abstand genommen werden“, hieß es. Und das würde ein vorzeitiges Aus für das Gewerbegebiet bedeuten.

Das sei ein entscheidender Einwand, gestand der Planer Daniel Schmid, der die Stellungnahmen einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung vorstellte. Zwar hätte die Autobahndirektion ihre Stellungnahme trotz mehrfacher Nachfrage nicht begründet. „Wir gehen davon aus, dass diese Forderung daher pauschal und in ihrer Auswirkung völlig überzogen ist“, sagte Schmid. Es gab seitens der Öffentlichkeit und Behörden aber noch weitere Einwände: So sieht der Gewerbeverband Illertissen einen Nachteil für die in der Stadt ansässigen Gastronomen durch die Ansiedlung weiterer Gastronomie direkt an der Autobahn; der Bayerische Bauernverband kritisierte den Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Nutzflächen; und Bürger bezweifeln, dass das Projekt wie im Umweltbericht vorgestellt, zu keinen erhöhten Verkehrs- und Geräuschbelastungen führt.

Auch wegen dieser Einwände stelle sich noch immer die grundsätzliche Frage, ob das Gewerbegebiet politisch gewollt sei oder nicht, fasste Wolfgang Ostermann die Diskussion zusammen. Zwar müsse zuerst einmal Sicherheit geschaffen werden mit den benötigten Abständen zur Autobahn, forderten die Stadträte; dem Entwurf des Bebauungsplans stimmten sie allerdings mit zwei Gegenstimmen zu. Der überarbeitete Plan wird nun erneut ausgelegt.

Ausbau A7 Sowohl der sechsspurige Ausbau der Autobahn A7 zwischen Hittistetten und Illertissen als auch der zwischen Illertissen und Memmingen ist bereits beschlossene Sache und auch rechtlich verankert. Der Ausbau des nördlichen Stücks allerdings hat auf Bundesebene Priorität. Bis aber die umfangreichen Planungen und Genehmigungsverfahren beim Bundesverkehrsministerium den Ausbau möglich machen, können noch Jahre vergehen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt versprach erst kürzlich in Tiefenbach auf Anregen von Bürgermeister Jürgen Eisen, die beiden Bauabschnitte zusammenzulegen. Aber auch das geht wohl erst in einigen Jahren.

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