Umstrittene Supermarkt-Pläne: Weißenhorner Widerstand

1600 Unterschriften haben die Gegner der Supermarkt-Pläne in Weißenhorn gesammelt. Gestern wurden die ersten Listen im Rathaus abgegeben. Der Bürgermeister sucht nun das Gespräch mit den Marktgegnern.

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Bürgermeister Wolfgang Fendt (links) kontrolliert die Unterschriftenlisten. Rechts am Tisch sitzt Bürgerbegehren-Initiator Thomas Schwarzer. Im Hintergrund: Jürgen Kohler (links) und Michael Gutter. Foto: Volkmar Könneke

Bürgermeister Wolfgang Fendt hat es nun schriftlich. 1600 Weißenhorner haben sich bislang gegen die Pläne der Stadt ausgesprochen, auf der Hasenwiese in der Innenstadt Supermärkte bauen zu lassen - und dies mit ihren Unterschriften auf diversen Listen dokumentiert. Gestern Mittag haben die Projektgegner etliche Listen mit gut 1100 Unterschriften im Rathaus abgegeben. Weitere Listen mit nochmal rund 500 Unterschriften sollen in den kommenden Tagen nachgereicht werden, sagte Thomas Schwarzer gestern bei der Übergabe im Büro des Bürgermeisters.

Schwarzer wohnt in der Nähe der Hasenwiese. Er ist einer von drei Initiatoren des Bürgerbegehrens. Jürgen Kohler und Michael Gutter, ebenfalls Anwohner, sind Schwarzers Mitstreiter. Ihr Ziel ist ein Bürgerentscheid. Dieser rückt mit der gestrigen Übergabe immer näher, schließlich haben die Anwohner deutlich mehr als die 900 für einen Bürgerentscheid erforderlichen Unterschriften vorgelegt.

Kein Wunder also, dass sich die Anwohner selbstbewusst gaben: "1600 Unterschriften zeigen, wo der Wille der Bürger hinführt", sagte Thomas Schwarzer. "Die Weißenhorner wollen anders als der Stadtrat diese Bebauung auf der Hasenwiese nicht." Jürgen Kohler sah dies ähnlich. Er betonte: "Wir sind bei unseren Gesprächen mit den Bürgern auf wenig Widerstand gestoßen." Michael Gutter war begeistert: "Die Aktion hat Spaß gemacht. Toll, wenn man mitgestalten kann, auch außerhalb des Stadtrats", sagte er: "Macht Lust auf mehr."

Wie berichtet, will ein Investor aus Weißenhorn auf der Hasenwiese zwei neue Supermärkte bauen lassen. Aldi und Feneberg haben Interesse bekundet. Der Stadtrat hat sich mehrfach für die Realisierung des Vorhabens ausgesprochen. Die Anwohner kritisieren das Vorhaben scharf. Sie befürchten mehr Lärm, Gestank und ein Verkehrschaos rund um die Hasenwiese, sollten die Supermärkte dort einmal gebaut sein.

Die Bau-Befürworter können mit dieser Argumentation wenig anfangen. Schließlich habe ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten belegt, dass der Verkehr auch nach dem Bau der Märkte alles in allem gut fließen werde, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet sei. Überdies verbesserten neue Märkte auf der Hasenwiese die Versorgung der Bewohner im Weißenhorner Osten. Der Standort Hasenwiese unweit des Hauptplatzes sei ideal.

Bürgermeister Fendt räumte ein: "Ich war skeptisch, ob die nötige Zahl an Unterschriften zusammenkommen würde." Er signalisierte Gesprächsbereitschaft. Fendt bot den Projektgegnern an, eine gemeinsame Informationsveranstaltung auszurichten. "Dort können wir den Bürgern sagen, was für und gegen den Bebauungsplan spricht."

Wann der Bürgerentscheid stattfindet, ist noch nicht bekannt. Die Pläne der Stadt, die Abstimmung am 17. Juni, am Tag der Bürgermeisterwahl in Weißenhorn also, stattfinden zu lassen, haben sich bereits zerschlagen. "Das ist rechtlich nicht möglich", sagte der amtierende Rathauschef Fendt.

Fest steht: Die Listen werden von der Verwaltung nun geprüft. In den kommenden vier Wochen muss der Stadtrat über den von den Anwohnern angestrebten Bürgerentscheid befinden. Gibt der Stadtrat grünes Licht, muss der Entscheid wiederum binnen drei Monaten stattfinden (siehe Info-Kasten).

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Kommentare

14.03.2012 09:00 Uhr

nicht Weißenhorner Widerstand sondern

vernünftige Bürger haben erkannt, wie unintelligent der Stadtrat von Weißenhorn bemüht ist Vetternwirtschaft z.T. auf Kosten der Familie Walser = Inhaber der Hasenwiese- versucht durchzudrücken.
Die Hasenwiese als Filetstück an Baugrundstücken hat die Stadt, vermutlich auf billigstem Wege ein große Teilfläche von 10 000 am billigst erworben und dafür die Baugenehmigung für einen längst überflüssigen Lebenmittelmarkt in Aussicht gestellt. Man ködert hiermit Aldi und Feneberg, im Hintergrund sind ganz andere Machenschaften zu vermuten. es ist Vettternwirtschaft pur.
Kaum zu gleuben, dass sich Bgm. Fendt dazu eigentlich nicht zu schade ist ?

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Wann kommen die Supermärkte auf der Hasenwiese in Weißenhorn?

Kein Projekt ist in Weißenhorn so emotional diskutiert worden wie die Supermarkt-Pläne auf der Hasenwiese. Seit 2010 währt der Streit, ob dort der Discounter Aldi bauen dürfen oder nicht.

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