Ulmer Firma Casa Nova will Raab-Karcher-Gelände in Thalfingen bebauen

Viele hätten es wohl nicht mehr geglaubt: Es gibt einen Investor für das Raab-Karcher-Gelände mit einem konkreten Plan. Der Gemeinderat ist entzückt.

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Die Hochhaussiedlung an der Eichenstraße begrenzt das Raab-Karcher-Gelände im Süden, rechts ist der Nettomarkt an der Industriestraße zu sehen. Die Ulmer Baufirma Casa Nova will die gut ein Hektar große Brache mitten in Thalfingen mit Wohnhäusern bebauen. Foto: Lars Schwerdtfeger

Immer mal wieder war die Gemeinde Elchingen in den vergangenen bald 20 Jahren mit potentiellen Investoren und Bauträgern für das Raab-Karcher-Gelände in Thalfingen im Gespräch, sogar der Plan für ein zweites Pflegeheim neben dem Haus Tobit geisterte eine Zeitlang in der Gemeinde herum. Am Ende verflüchtigten sich die Pläne und Absichten allesamt. Bis jetzt. Nun sieht es tatsächlich so aus, als ob auf dem rund einem Hektar großen Gelände ein neues Wohnquartier zwischen Eichenstraße und Bahnlinie entstehen wird.

Die Gemeinde verhandelt derzeit mit der Ulmer Firma Casa Nova. Der Bauträger hat ein konkretes Konzept vorgelegt, wie das an die Hochhaussiedlung angrenzende Gebiet bebaut werden soll. Die detaillierten Pläne - die die Firma zum jetzigen Zeitpunkt nicht an die Presse herausgibt - kamen im Gemeinderat gut an, in der Sitzung am Montagabend fielen die Reaktionen durchweg positiv aus. Einstimmig beschlossen die Räte den Bebauungsplan "An der Eichenstraße" zu ändern, damit die Firma Casa Nova, die nach dem Abriss der Magirus-Villa in Ulm auch dort einen Neubau errichtet, ihr Konzept umsetzen kann.

Im Gegensatz zu früheren Planungen sieht dieses vor, ausgehend von der Eichenstraße eine hufeisenförmige Erschließungsstraße durch das Raab-Karcher-Gelände zu bauen. Innerhalb des Hufeisens sind vier Wohnbauten mit drei bis höchstens sechs Geschossen vorgesehen, im Norden grenzt eine Reihenhauszeile - unterteilt in einen Fünfer-, einen Vierer- und einen Dreierblock - das Baugebiet zur Bahnlinie hin ab. Ihre Autos parken die Anwohner in zugeordneten Carports oder in einer Tiefgarage.

Im westlichen Bereich behält die Gemeinde Elchingen fünf Grundstücke für Einfamilienhäuser. Diese werden bevorzugt an Elchinger Bauherren verkauft. Die Bebauung des Raab-Karcher-Geländes soll in mehreren Abschnitten erfolgen. Insgesamt vier Jahre werde das in Anspruch nehmen, so der Plan. Gerechnet vom Abschluss der Erschließung an.

Es handele sich um ein "städtebaulich ansprechendes Konzept", erklärte Johann Gröger (FWE). Mit Angeboten für Singles, Familien und Senioren. Dass in dem neuen Wohnquartier in der Nähe des Pflegeheims Haus Tobit auch barrierefreies Wohnen möglich sein soll, begrüßte Karin Batke (UFWG).

Karl Mayer (CSU) ergänzte das fraktionsübergreifende Lob noch um einen pragmatischen Aspekt: Es freue ihn, dass sich Casa Nova an den Planungskosten für das Baugebiet beteiligen will. Das zeige, dass es der Firma mit ihren Plänen auf dem Raab-Karcher-Gelände wirklich ernst sei.

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Kommentare

17.04.2013 10:16 Uhr

Ausgleich für Galgenberg? 3.)

Klare, öffentliche Zahlen zu Wartelisten verweigert die UWG und vom Rathaus kommen auch keine belastbaren Zahlen. Es wird Zeit in der Region sich zur sozialen Marktwirtschaft zu bekennen und den sozialen Wohnungsbau massiv zu fordern und zu fördern. Ein bezahlbares Dach über dem Kopf für alle, ist wohl das mindeste was sich unsere zivilisierte Gesellschaft leisten MUSS!
Aus meiner Sicht müssten auch Firmen wie Casa Nova per Verordnung ihren Beitrag dazu leisten und für jedes Luxusobjekt verpflichtend anteilig auch sozialen Wohnraum bauen.

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17.04.2013 10:16 Uhr

Ausgleich für Galgenberg? 2.)

Beschämend, wenn nicht einmal wir, mit all unseren gut gefüllten Stadtsäckeln, genug Wohnungen für diejenigen bereitstellen können, die keine 2 Personen-Einkommen haben, also für prekär Beschäftigte, Arbeitslose, Rentner und Alleinerziehende Männer und Frauen.
Hier klemmt es in Ulm hinten und vorne. Es wird gebaut, aber die Sollzahlen entsprechen nicht dem Bedarf Und dieser Bedarf wächst schnell. Die negativen Auswirkungen der Bankenkrise erreichen mit Schlecker, Evobus, Iveco usw. verspätet auch Ulm und verstärken die Nachfrage nach der Unterstützung der Schwächeren in unserer Gesellschaft.

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17.04.2013 10:14 Uhr

Ausgleich für Galgenberg? 1.)

So attraktiv dieses Angebot für Elchingen auch sein mag, so stellt sich trotzdem auch die Frage, ob hier nicht nur ein soziales Feigenblatt den stark ramponierten Ruf der Firma verbessern soll.
.
Profitable Wohnungen als Investitionsobjekte sind da schon eher das Erfolgsprodukt von Casa Nova.
Für eine der Nachfrage entsprechende, ausreichende Planung an bezahlbarem Wohnraum im sozialen Wohnbau ist weiterhin die Kommune zuständig.

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