Uferweg-Gegner siegen klar

Fast zwei Drittel der Wähler haben beim Bürgerentscheid Pfaffenhofen gegen einen Spazierweg am Ufer gestimmt. Damit konnten sich die Initiatoren gegen die Pläne von Verwaltung und Marktrat durchsetzen.

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Die Gegner des Roth-Uferwegprojekts liegen deutlich vorn, wie die beiden Säulen auf der graphischen Darstellung zeigen. Foto: Patrick Fauss

Mit einem deutlichen Votum gegen einen Uferweg entlang der Roth ging der Bürgerentscheid gestern in Pfaffenhofen aus. 65,9 Prozent stimmten gegen den Weg, nur 34,1 Prozent waren für das Projekt.

Es war das erste Mal, dass sich die Bürger auf diese Weise in die Kommunalpolitik der Marktgemeinde einmischten. Unter der Führung des Pfaffenhofener ÖDP-Chefs Klaus Vidal hatten die Gegner des Uferweg-Projekts das Bürgerbegehren mit fast 900 Unterschriften auf den Weg gebracht.

2258 Wahlberechtigte haben am Sonntag ihre Stimmen abgegeben. Lediglich 1093 (20 Prozent der Wahlberechtigten) Wähler, wären nötig gewesen, um der Abstimmung zur Gültigkeit zu verhelfen. "Der Weg zu einer bessern Lösung ist jetzt offen", sagt Klaus Vidal nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses. Es sei nicht das Ziel, einen Spazierweg völlig zu verhindern. Es gehe um "eine Lösung, die zu Pfaffenhofen passt". Dafür müssten die Anlieger jedoch frühzeitig eingebunden werden. Gesprächsbereitschaft mit den Anliegern und Kreativität bei den Planern sei nötig. Aus dem Ergebnis sei auch zu erkennen, dass es einige Bürger gibt, die sich einen Spazierweg entlang der Roth wünschen.

Ernüchterung war bei den Markträten von CSU und SPD zu spüren. Sie hatten sich für einen Weg, eine Verbesserung des Hochwasserschutzes und die Zuschüsse vom Staat stark gemacht. Auffällig sei, dass gerade in den Ortsteilen viele Bürger gegen das Uferwegprojekt mobilisiert werden konnten, meinte Johann Kast (SPD). So hatten in Balmertshofen und Biberberg 82,6 Prozent gegen den Weg gestimmt. In Kadeltshofen waren es 79,3 Prozent.

In den beiden Wahlbezirken des Hauptorts fiel das Wahlergebnis knapper aus. 53,4 Prozent, beziehungsweise 59,3 Prozent waren gegen den Weg. Die beiden Bezirke waren alphabetisch nach Straßennamen unterteilt. "Das Ergebnis ist demokratisch und wird akzeptiert", äußerte sich Hildegard Mack (CSU). Franz Walk (FWG) betonte, dass die Freien Wähler sich in der Diskussion um den Uferweg neutral verhalten hätten. "Wir haben so ein Ergebnis erwartet", meinte Walk. An der Roth könne man bereits jetzt, ohne dass ein Weg angelegt sei, entlang laufen.

"Die Bürger haben sich für die Natur entschieden", stellte ein Anwohner aus dem Rothweg fest. Das Ufer würde nun auch weiter von den Anliegern gepflegt werden.

Bürgermeister Josef Walz (CSU) wies darauf hin, dass die Gemeinde nun ein Jahr lang an das Bürgervotum gebunden ist. Danach bestehe die Möglichkeit, das Thema nochmal anzugehen. Allerdings: "Die Fördergelder wären in diesem Jahr zu Verfügung gestanden." Der Marktrat hatte 500 000 Euro für das Projekt in den Haushalt gestellt. Die Höhe dieser Summe war einer der Auslöser für den Unmut der Uferweg-Gegner gewesen.

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