Tübinger Fischern ist die Iller nah

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Kann die Stadt Vöhringen rückgängig machen, dass der Kreisfischereiverein Tübingen die Fischereirechte eines Grundstücks an der Iller gekauft hat? Diesen ungewöhnlichen Fall hatte das Verwaltungsgericht Augsburg gestern zu entscheiden. Die Kammer fällte  kein Urteil, sondern skizzierte einen Kompromiss. Bis Ende Juni haben beide Seiten nun Zeit, sich zu einigen.

Wie die Tübinger dazu kommen, sich in Bayern auf staatlichem Grund weitere Angelrechte zu sicheren, erklärt Alexander Truncali vom Vereinsvorstand. Der Inhaber der Rechte, ein Privatmann aus dem Augsburger Raum, habe den Verkauf publik gemacht. Der KFV habe zugegriffen: Der Preis sei angemessen gewesen, der Fluss erweitere das Portfolio des Vereins. Die Region Donau-Iller ist den Mitgliedern vertraut, sind die Burlafinger Seen doch im Besitz des KFV.

Die Stadt war auch am Kauf interessiert, winkte aber beim genannten Preis ab, machte dann ein „Vorkaufsrecht aus naturschutzrechtlichen Gründen“ geltend und wurde vom Verein verklagt. Bürgermeister Karl Janson erklärt: Die Renaturierung des fraglichen Abschnittes zwischen den Flusskilometern 13 bis 10,5, immerhin FFH-Schutzgebiet, sowie die Hege und Pflege von Fauna und Flora sei „schwer“ voranzutreiben, wenn die Stadt nicht Rechteinhaber ist. Für Truncali ist allerdings klar, dass der Verein mit dem Kauf der Fischereirechte die Renaturierungspläne akzeptiert hat und daran mitarbeitet. Und die „Hege und Pflege“ des Fischbesatzes seien verpflichtend und selbstverständlich.

Der skizzierte Kompromiss des Gerichts sieht vor, dass der Verein doch die Stadt kaufen lässt, und Pächter wird. Oder, schlägt Truncali vor, der Kreisfischereiverein Tübingen wird Rechteinhaber und nimmt einen ortsansässigen Verein mit ins Boot. Die Vöhringer etwa – oder die Sendener, die die Angelrechte vorher inne hatten. Janson sagt, wichtig sei, „dass in den Auflagen der Naturschutz nicht zu kurz kommt“. Gibt es keine Einigung, fällt die Kammer am 1. Juli ein Urteil.

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