Südallianz für neue Klinik in Illertissen

Bürgermeister aus dem Süden verbünden sich. Sie fordern ein zentrales Krankenhaus.

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Die Bürgermeister im südlichen Landkreis Neu-Ulm haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen. Die „Südallianz“ trete für ein neues Regionalkrankenhaus ein, teilt Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen in einer Presseerklärung der Allianz mit. Am 7. März haben sich demnach die Bürgermeister aus Illertissen, Altenstadt, Osterberg, Kellmünz, Oberroth, Unterroth und Bellenberg zusammengesetzt, um sich in der Klinikfrage abzustimmen. Karl Janson aus Vöhringen fehlte entschuldigt.

Auch einen Standort für das neue Krankenhaus haben die Bürgermeister schon in Blick: „Dieses Vorhaben könnte nach unserer Einschätzung im südlichen Teil von Illertissen, in der Nähe der Berufsschule, bestmöglich realisiert werden.“ Das Gelände sei über die Autobahn 7 sowie zwei Staatsstraßen „optimal angebunden“.  Dort könnten die Kliniken Illertissen und Weißenhorn in einem Neubau zusammengeführt werden. Was in der Konsequenz das Aus für den Klinikstandort Weißenhorn bedeuten würde. Der Fortbestand der Donauklinik in Neu-Ulm wird von der Allianz aktuell nicht infrage gestellt.

Wirtschaftliche Gründe

Der Standort des neuen Regionalkrankenhauses dürfe nach Überzeugung der Bürgermeister nicht in der Mitte des Landkreises liegen. Sondern in der „Mitte des Marktes“ – also im Mittelpunkt der Kliniken Memmingen und Ulm sowie Biberach und Krumbach. Hintergrund des Vorstoßes sei, dass in den vergangenen viereinhalb Monaten seit dem Bürgerentscheid Pro-Geburtshilfe keinerlei Fortschritte erkennbar seien. Zudem seien die bestehenden Kliniken in Illertissen und vor allem Weißenhorn zu klein, um dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden zu können.

Alternativ könnten die beiden Kliniken auch zu „einer Marke an zwei Standorten“ zusammengeführt werden. Aber nur, „wenn dies politisch unbedingt gewünscht wird“.

Kommentar zur Klinik-Südallianz: Die Allianz des armen Südens

Jetzt also doch wieder Illertissen? Wenn im Kreis Neu-Ulm ein neuer zentraler Klinikstandort gegründet wird, muss der nach Auffassung der Bürgermeister aus dem ehemaligen Altkreis Illertissen am Rand der Vöhlinstadt stehen. Das überrascht niemanden. Was sonst hätte das Ergebnis sein sollen, wenn sich die selbsternannte „Südallianz“ zur Zukunft der Kreiskliniken äußert.

Es hätte auch des neuen Namens nicht bedurft, um einmal mehr zu zeigen, dass es die Flecken im Süden des Landkreises nicht schaffen, über ihren – gänzlich unbegründeten – Minderwertigkeitskomplex hinwegzukommen. Das Wohl des gesamten Kreises ist da keine Kategorie.  Sich um das Ganze zu kümmern, wäre ja auch deutlich komplizierter, als den immer gleichen Armer-Süden-Reflex zu bedienen.

Denn wer sich auch nur ansatzweise um eine Gesamtschau bemüht, kommt zur Erkenntnis, dass Standort-Forderungen zum jetzigen Zeitpunkt Unsinn sind. Solange noch nicht einmal klar ist, wie hoch die Einnahmen und Ausgaben der Kreiskrankenhäuser in den vergangenen zwei Jahren wirklich waren, kann niemand wissen, was der richtige Weg in die Zukunft ist.

Der Kreistag hat deshalb einstimmig beschlossen, eine offene Strukturdebatte zu führen. Ohne Vorfestlegungen. Die Verbündeten der Südallianz müssen das bereits vergessen haben. Und setzen einmal mehr aufs gar nicht so friendly fire gen Norden. Sie diskreditieren sich!

Ein Kommentar von Matthias Stelzer.

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