Stadtjugendpflege im Trauzimmer

Die Stadt Senden macht einen Neustart bei der Jugendarbeit. Und das nicht nur mit neuem Personal, sondern auch mit einem größeren Raumangebot.

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Für die Jugend da: Colleen Speidel (links), Katharina Cogiel. Foto: Niko Dirner

Die großen Pläne an den Wänden sind verschwunden. Mit dem Abschluss der Schulsanierungen in Senden wurde das Büro von Hochbauer Martin Hoentsch, das ehemalige Trauzimmer im Erdgeschoss des Rathauses, vakant. Da lag es nahe, diesen Raum dem sich auf der anderen Seite anschließenden Jugendcafé Style zuzuschlagen, sagte Bürgermeister Kurt Baiker gestern bei der offiziellen Eröffnung. Dafür musste lediglich die Tür vom Rathaus-Foyer zugemauert und zum Style hin ein Durchbruch gemacht werden. Das neue Büro hat einen blauen Teppichboden, zwei PC-Arbeitsplätze und eine Sitzecke, Kosten: rund 20 000 Euro.

Nach vielen "krankheitsbedingten Wechseln" könne die Jugendarbeit in Senden auch dank des vergrößerten Platzangebots neu aufgestellt werden, sagte Baiker. Damit spielte er auf die langjährige Stelleninhaberin Anja-Susanne Baßler-Endres an, die oft ausfiel, ihre Krankheitsvertretungen wurden stets nur befristet eingestellt. Baßler-Endres arbeitet nicht mehr bei der Stadt. Ihre Nachfolgerin ist die Diplom-Sozialpädagogin Katharina Cogiel, seit August steht ihr die Erzieherin und Theaterpädagogin Colleen Speidel zur Seite. Sie hat einen bis Jahresende befristeten Vertrag. Um ihn zu verlängern, müsste man bei den Etatberatungen den Stellenplan ändern, sagte Baiker. Unterstützt werden die Frauen von Sophie Hansen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr macht.

Baiker sagte, aus seiner Sicht gebe es einerseits die klassische Stadtjugendpflege mit dem Café sowie andererseits eine operative Arbeit, die die Jugendlichen vor Ort aufsucht. Diese Konzeption würden einige Stadträte gerne diskutieren. Zumal Cogiel vorgeschlagen hatte, die Öffnungszeiten auf das Wochenende auszuweiten. Heuer tritt der zuständige Schul- und Kulturausschuss aber nicht mehr zusammen.

Cogiel berichtete, es kämen immer mehr Jugendliche ins Style, bis zu 50 seien es schon gewesen. Die Heranwachsenden registrierten, dass die Stadt etwas für sie tue, seien sehr dankbar für den neuen Basketballplatz bei der Weberei. Im Café gibt es nicht nur Spielgeräte, wie etwa einen Billardtisch, sondern auch Beratung, etwa für das Schreiben einer Bewerbung. Zudem komme die Drogenberaterin der Diakonie regelmäßig vorbei.

Die Pädagoginnen sind auch an der Mittel-, der Wirtschafts- und der Grundschule Ay tätig, machen unter anderem Freizeitangebote. Nebenbei betreuen sie die Villa Aufheim, einen selbstverwalteten Jugendtreff. Er soll bald wieder aufmachen, sagte Cogiel. Mehrere Aufheimer seien dabei, die Prüfungen für die Jugendleitercard abzulegen.

Info Das Jugendcafé hat auf montags: 16.30 bis 21 Uhr, freitags: 14 bis 20 Uhr. Mittwochs gibts Beratung von 13 bis 15.45 Uhr, dienstags ist Mädchentreff: 16 bis 18 Uhr, montags Jungstreff: 14 bis 16 Uhr.

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