Stadt Weißenhorn 2015 schuldenfrei

Zehn Millionen Euro. Diese Summe pumpt Weißenhorn in diesem Jahr etwa in Schlösser, Grundstückskäufe und Hallenplanung. Trotz dieser Investitionen hält die Stadt eisern am Schuldenabbau fest.

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Bruno Simmnacher (PWG): "Nicht unnötig Geld raushauen."

Wohltuend gut. So hat der Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt die Finanzsituation seiner Stadt beschrieben. Die Zahlen, die Stadtkämmerer Michael Konrad während der Haushaltsberatungen im Hauptausschuss vorlegte, lesen sich in der Tat glänzend. Der städtische Etat sieht demnach ein Volumen von rund 36,2 Millionen Euro vor. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 26,2 Millionen. Der Vermögens- oder Investitionshaushalt umfasst zehn Millionen Euro. Der Ausschuss nahm den Etatentwurf mit 11:1-Stimmen an. Franz Dirr (CSU) stimmte dagegen. Verabschiedet werden soll der Haushalt dann am 19. März im Stadtrat.

Dank sprudelnder Einkommens- und Gewerbesteuereinnahmen sowie hoher Rücklagen stemmt die Stadt ihre Investitionen aus eigener Tasche, also ohne Kredite aufnehmen zu müssen. Mehr noch: Die Weißenhorner wollen weiter Schulden abbauen. Das Ziel: 2015 soll die Stadt schuldenfrei sei, die Rücklagen sollen dann noch zwei Millionen Euro betragen - obwohl alleine der geplante Bau der Multifunktionshalle in den kommenden Jahren neun Millionen verschlingt.

Da war CSU-Sprecher Alfred Haas begeistert: "Schuldenfrei? Bei diesen Zahlen traut man ja kaum seinen Augen." Peter Niesner (WÜW) meinte: "Uns gehts erfreulich gut." SPD-Fraktionschef Hermann Geiger und PWG-Sprecher Bruno Simmnacher warnten ihre Kollegen davor, angesichts der glänzenden Ausgangslage die Bodenhaftung zu verlieren: "Jetzt dürfen wir nicht übermütig werden. Wir müssen weiter solide wirtschaften", sagte Geiger. "Nicht unnötig Geld raushauen", betonte Simmnacher.

Die wichtigsten Punkte:

Schulden: Die Stadt baut heuer weitere 660 000 Euro an Schulden ab. Ende 2012 wird die Stadt dann noch mit 1,2 Millionen Euro in der Kreide stehen. Zum Vergleich: 2006 hatte Weißenhorn noch sieben Millionen Euro Schulden.

Steuereinnahmen: Die Steuereinnahmen sprudeln. 2012 dürfte die Gewerbesteuer gut sechs Millionen Euro in die Kassen spülen, eine halbe Million mehr als 2011. Höhere Einnahmen werden auch bei der Einkommenssteuer erwartet: 2012 sollen es sechs Millionen Euro sein (2011: 5,5 Millionen).

Investitionen: Zentrales städtebauliches Projekt ist der weitere Umbau der Schlösser, der 2013 abgeschlossen sein könnte. Drei Millionen Euro fließen 2012 in den Umbau. Vier Millionen Euro investiert die Stadt in den Kauf von Grundstücken für den Ausbau von Gewerbe- und Wohngebieten. Für die Planung der Multifunktionshalle werden heuer 50 000 Euro eingestellt. Baubeginn soll Frühjahr 2013 sein.

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