Stadt Senden aufgefordert, Förderanträge für Bahnreaktivierung zu stellen

Soll Geld vom Freistaat für die Bahnstrecke Senden-Weißenhorn fließen, dann müssen die Anträge bis September in München sein. Das haben die SWU mitgeteilt. Im Rathaus Senden wirft der Hinweis Fragen auf.

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Auch dieser Bahnübergang bei Witzighausen muss aufgerüstet werden - das Planfeststellungsverfahren läuft. Archivfoto

In den vergangenen Wochen ist es ruhig geworden um die geplante Wiederbelebung der Bahnstrecke Senden-Weißenhorn. Im Dezember 2011 haben die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU), die das Gleis gepachtet haben, das Planfeststellungsverfahren gestartet. Seither gab es viel Zustimmung in Weißenhorn und einigen Protest aus Wullenstetten, wo Lärm und Verschlechterungen im Busverkehr befürchtet werden. Nun gibtes wieder ein Signal der SWU: Das Unternehmen hat unter anderem die Stadt Senden darauf hingewiesen, dass Förderanträge für den Neubau der Bahnsteige und die Erneuerung der Übergänge bis Mitte September gestellt werden müssen."Die SWU wollen mit Nachdruck anfangen zu bauen", interpretiert der Sendener Bürgermeister Kurt Baiker den Brief, der ihn etwas ratlos mache.

Gibt es doch, wie berichtet, unterschiedliche Planungen für den Bahnsteig in Wullenstetten. Während die Stadtwerke den Halt an der Heerstraße bauen wollen, hat sich der Sendener Stadtrat für die Alternative Unter der Halde ausgesprochen. Eine Entscheidung wird die Regierung von Oberbayern treffen, der das Planfeststellungsverfahren obliegt. Eine Entscheidung der gut ausgelasteten Münchner Behörde ist allerdings nicht absehbar. Wo es doch erstmal noch einen Erörterungstermin geben wird, in dem Kritiker und Planer ihre Argumente austauschen können. Und dieser soll, wie zu hören ist, voraussichtlich erst im Oktober stattfinden.

Ingo Wortmann, Geschäftsführer der SWU-Verkehrstochter, bleibt dennoch gelassen. Genau genommen gehe es für die Stadt Senden nämlich gar nicht um die Bahnsteige."Dazu muss die Kommune nichts beisteuern." Es gehe um die Park&Ride-Plätze, die bei den Haltepunkten entstehen sollen. Deshalb schlägt Wortmann folgende Vorgehensweise vor, die auch beim Neubau der noch nicht planfestgestellten Straßenbahnlinie 2 in Ulm angewandt werde: Die SWU und die beteiligten Kommunen melden ihre Planungen nach München, um die Fristen für Fördergelder zu wahren."Die Stadt reicht also einen Antrag für einen P&R-Platz wo auch immer ein." Sollten die Stellflächen dann doch an der Heerstraße gebaut werden müssen, lasse sich das auch nachträglich korrigieren, ist sich Wortmann sicher."Das wir einfach eingefügt. Das dürfte kein Problem sein." Und bei den Bahnübergängen sei man sich ja einig.

Wortmann bekräftigt, dass der Betrieb auf der Bahnstrecke Ende 2013 losgehen soll."Wir hoffen, dass das Planfeststellungsverfahren nach der Erörterung schnell entschieden wird. Wenn es nach uns geht bis zum Ende dieses Jahres." Schon früher müssen die SWU zumindest ein positives Signal an die Bayerische Eisenbahngesellschaft richten. Denn ehe diese die Strecke ausschreibt,"müssen sie sicher sein, dass der Betrieb auch aufgenommen wird", erklärt der Bahn-Experte. Und da ist sich Wortmann sicher:"Ich kann keine Einwände erkennen, die das ganze Projekt in Frage stellen."

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