Stadt rät: Ventile prüfen

Defekte Ventile und Rohrbrüche haben in Weißenhorn stellenweise für hohen Wasserverbrauch gesorgt. Hausbesitzer müssen kräftig nachzahlen.

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Böse Überraschungen haben kürzlich einige Hausbesitzer in Weißenhorn erlebt. Sie haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Wasser verbraucht als erwartet und dafür nun von der Stadt entsprechend saftige Rechnungen serviert bekommen. Das hat für einigen Verdruss bei den Betroffenen gesorgt. "Verständlicherweise", sagt Karl-Walter Simmendinger. Er ist erfahrener Mitarbeiter der Stadtverwaltung und dort Fachmann für alles, was mit Ab- und Trinkwasser sowie Müllentsorgung zu tun hat. Simmendinger spricht von mehr als 20 Fällen, in denen solche Bescheide in den Briefkästen der Grundstückseigentümer oder Hausbesitzer geflattert sind - und von Nachzahlungen bei den Wasser- und Kanalgebühren in Höhe von 1000 Euro und mehr.

Nachzahlungen, die zu vermeiden gewesen wären, wenn die Betroffenen ihre Hauptwasseruhr im Blick gehabt hätten, wie Simmendinger betont. Einmal pro Monat sollte der Zählerstand notiert werden, sagte er. Simmendinger ist überzeugt: Dann wären die Unregelmäßigkeiten, die nun zu den Nachzahlungen geführt haben, schnell aufgefallen. Die Rechnung sei denkbar einfach: Regelmäßige Kontrollen kosten wenig Zeit und ersparen Ärger und eine Menge Geld.

"Unsere Wasserwerksmitarbeiter stellen bei der Fehlersuche sehr oft fest, dass wegen defekter Überdruckventile von Heizungsanlagen oder großen Wasserboilern teilweise erhebliche Wassermengen verschwendet werden, die vom Kunden zu bezahlen sind", berichtet der Wasserfachmann aus dem Rathaus. Technisch seien diese Überdruckventile so installiert, dass das austretende Wasser im Falle eines Defektes über einen Trichter in einen Abwasserkanal fließt, wofür Abwassergebühren berechnet werden. Für die Wartung der Hauswasser-Installationen sei der Grundstückseigentümer verantwortlich. "Das Städtische Wasserwerk darf aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keinerlei Wartungs- und Reparaturarbeiten in diesem Bereich vornehmen." Dafür seien die zugelassenen Handwerksbetriebe zuständig.

In einigen Fällen hätten auch unentdeckte Rohrbrüche in "Garten- oder sonstigen Wasserversorgungsleitungen" zu dem erhöhten Wasserverbrauch geführt. Karl-Walter Simmendinger rät, Sicherheitsventile jeden Monat zu prüfen und zu schauen, ob sie tatsächlich funktionieren. Schließt das Ventil bei aufgeheiztem Boiler oder Warmwasserbereiter nicht vollständig, sollte es von einem Installateur ausgetauscht werden. Gecheckt werden sollten auch die Wasserfilter der Hausinstallation, die Steinchen oder Sandkörner aus dem Wasser herausfiltern. "Nur bei regelmäßiger Wartung des Filters kann dieser seinen Zweck erfüllen", sagt Simmendinger. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu einem Druckverlust und einer verringerten Wasserdurchflussmenge.

Die Stadt Weißenhorn hat die Abwassergebühren Anfang diesen Jahres erhöht. Pro Kubikmeter sind nun 2,22 Euro fällig. Zuvor waren es 1,79 Euro. Bei der Festsetzung der Vorauszahlungen für 2012 ist die Gebührenerhöhung bereits berücksichtigt worden, wie die Verwaltung mitteilt. Pro Kubikmeter Trinkwasser zahlen die Weißenhorner derzeit 98 Cent.

Info Weitere Informationen erteilen das Städtische Wasserwerk und die Stadtverwaltung unter Tel. (07309) 7992 und (07309) 8457.

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